Ältere: Der Respekt nimmt leider ab

Etwa drei unterschiedliche Tätigkeiten bzw. Berufe üben Beschäftigte im Laufe ihres Erwerbslebens durchschnittlich aus. Ein Drittel der Ruheständler hat über das Renteneintrittsalter hinaus gearbeitet oder hätte es getan, wenn die Bedingungen dafür vorhanden gewesen wären. Kinder und ein höheres Einkommen werden als Garant für eine gute Versorgung angesehen, sollte im Alter Pflegebedürftigkeit eintreten.

Bilanz: Enttäuschungen wegen Respektlosigkeit bei 57 % (Grafik: DIA).

Das sind Aussagen der neuen DIA-Studie 50plus, mit der 3.030 Personen befragt wurden. Damit legt das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut INSA Consulere die 50plus-Studie zum vierten Mal auf. Die Altersstudie ist, anders als ähnliche Untersuchungen, als Generationenbefragung angelegt, indem nicht ausschließlich Ältere interviewt werden, sondern alle Altersgruppen. Damit spiegelt sie auch die gegenseitige Sicht der Jüngeren und Älteren wider.

So zeigte sich in den Befragungen, dass die Einschätzung, inwieweit eine Teilhabe am allgemeinen Wohlstand Deutschlands möglich ist, mit steigendem Alter abnimmt und eine deutliche Korrektur dieses Trends erst mit Beginn des Ruhestands erfolgt. Zwar sind 50 % der 18-Jährigen bis 29-Jährigen der Meinung, dass sie stark am Wohlstand unseres Landes partizipieren, aber nur 32 % der 50-Jährigen bis 59-Jährigen. Erst in der Gruppe der über 60-Jährigen ist der Anteil jener, die eine starke Teilhabe angeben, mit 40 % wieder deutlich höher als in den unmittelbaren Jahrgängen davor.

Zugleich geben 22 % der Befragten, die sich schon im Ruhestand befinden, an, dass sie beim Übergang in den neuen Lebensabschnitt finanzielle Schwierigkeiten erlebt haben. Damit ist das Finanzielle nach gesundheitlichen Beeinträchtigungen der zweithäufigste Faktor, der zu Beginn des Ruhestandes Schwierigkeiten bereitete. An dritter Stelle steht die Bewältigung des veränderten Tagesablaufs. 8 % hatten mit Langeweile zu kämpfen. Ungeachtet dessen freut sich erwartungsgemäß eine Mehrheit (64 %) der Erwerbstätigen auf den Ruhestand. Auf ein Fünftel der erwerbstätigen Befragten trifft das allerdings nicht zu. 15 % verspüren bislang eher keine Freude auf das Ende des Arbeitslebens, 5 % ganz und gar nicht.

Für den Fall einer späteren Pflegebedürftigkeit bauen viele Befragte auf ihre Kinder. Das zeigen die Erwartungen im Zusammenhang mit der Alterspflege. Kinderlose gehen zu 40 % davon aus, dass sie später mit einer guten Pflege rechnen können. Mit steigender Kinderzahl nimmt diese positive Erwartung zu.

Die 50-Jährigen und Älteren stellen eine Abnahme des Respekts gegenüber dem Alter fest. So sind 57 % von ihnen der Meinung, dass die Gesellschaft dem Alter heute weniger Respekt zollt, als sie es früher erlebt haben. Ihnen steht ein knappes Drittel (29 %) gegenüber, das keine Veränderung verzeichnet hat. 5 % meinen sogar, dass es mehr Respekt gegenüber Älteren gebe.

Einen ähnlichen Wandel verspürt eine Mehrheit auch bei der Wahrnehmung der Solidarität zwischen den Generationen in unserem Land. So haben 59 % der Befragten ab 50 Jahre das Gefühl, es herrsche weniger Solidarität zwischen Jungen und Alten im Vergleich zu früher.

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