Aktienbesitzer: Ein neuer Höchststand

Die Anzahl der Aktionäre und Besitzer von Aktienfondsanteilen ist im Jahr 2017 deutlich gestiegen. Im Jahresdurchschnitt lag sie um fast 1,1 Mio. höher als noch im Vorjahr. Insgesamt besaßen 2017 gut zehn Mio. Bürger Aktien oder Aktienfonds, also rund jeder Sechste in Deutschland oder 15,7 % der Bevölkerung. Das ist der höchste Stand seit zehn Jahren und entspricht dem Niveau vor der Finanzkrise.

Aktienbesitzer-DAIDr. Christine Bortenlänger: Anleger sollen sich nicht verunsichern lassen (Foto: DAI).

„Die Entwicklung des vergangenen Jahres ist ein gutes Zeichen“, kommentiert Dr. Christine Bortenlänger, Geschäftsführender Vorstand des Deutschen Aktieninstituts, das deutlich gewachsene Interesse der Anleger an Aktien und Aktienfonds. „Offenbar erkennen immer mehr Menschen die Vorteile der Aktienanlage für den langfristigen Vermögensaufbau und die Altersvorsorge.“

Entwarnung für die Aktienkultur gibt das Deutsche Aktieninstitut dennoch nicht. Erstens sind die Anleger in der Vergangenheit häufig der Kursentwicklung nachgelaufen und haben sich bei fallenden Kursen wieder von ihren Anlagen getrennt. „Dieses Muster ist zwar seit der Finanzkrise schwächer geworden“, erklärt Bortenlänger, „der Lackmustest einer längeren Phase fallender Kurse oder steigender Zinsen auf Alternativanlagen steht aber noch aus.“ Die Anleger sollten sich daher von den jüngsten Kursturbulenzen nicht verunsichern lassen und weiter auf eine kontinuierliche Anlage und langfristige Strategien setzen.

Zweitens investieren vor allem über 50-Jährige bzw. Personen mit einem monatlichen Nettohaushaltseinkommen von über 3.000 Euro in Aktien und/oder Aktienfonds. Diese Anleger waren schon vorher vergleichsweise aktienaffin, so dass sich das demographische Muster des Aktienbesitzes im Jahr 2017 eher verstärkt hat.

„Die Detailanalyse offenbart, dass wir vor allem jüngere Menschen und Menschen mit einem geringeren Einkommen noch stärker erreichen müssen“, betont die Chefin des Deutschen Aktieninstituts. Sie sieht die Politik in der Pflicht, für entsprechende Rahmenbedingungen zu sorgen. „Der Koalitionsvertrag enttäuscht diesbezüglich auf ganzer Linie. Geld für die Altersvorsorge muss endlich in Instrumente fließen, die ausreichend Rendite erwirtschaften. Andere Nationen wie die USA, die Niederlande und Schweden machen uns vor, wie die Aktie zum Einsatz kommen kann – und zwar langfristig beim Aufbau von Altersvorsorgevermögen quasi ohne Verlustrisiko.“

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