Aktienstreuung: Wie man für Ruhe im Depot sorgt

Am heutigen Morgen erschreckten mich Berichte von einem weltweiten Börsenbeben. Doch am Jahresende sah es noch anders aus. Damals erwartete die Deutsche Bank für das Jahr 2016 eine Fortsetzung der zyklischen Erholung in den Industrieländern sowie eine konjunkturelle Stabilisierung in China. „Ein Haupttreiber für diese positive Entwicklung ist der Binnenkonsum“, sagte damals Stefan Schneider als Chef-Volkswirt der Deutschen Bank für Deutschland. Und sein Institut verbreitete folgende Analyse:

Schneider Stefan.B.-DB ResearchStefan Schneider, Chef-Volkswirt der Deutschen Bank (Foto: DB).

An den Aktienmärkten begrenzen die teilweise bereits recht hohen Bewertungen sowie die moderaten Gewinnerwartungen der Unternehmen das Kurspotenzial vieler Indizes. Hinzu kommt eine erwartete höhere Schwankungsintensität der Kurse.

Dr. Ulrich Stephan betrachtet jedoch als Chef-Anlagestratege Aktien im Umfeld niedriger Zinsen als bevorzugte Anlageklasse: „Anleger, die ein Mindestmaß an Rendite anstreben, kommen um Aktien auch im Jahr 2016 nicht herum.“ Stephan erwartet den DAX am Ende des Jahres 2016 bei 11.700 Punkten.

Große Herausforderungen

Insgesamt stellt das Jahr 2016 Anleger vor besondere Herausforderungen – nicht nur bei Aktien. Zwar könnten Immobilien interessante Anlagemöglichkeiten bieten. Im Anleihebereich jedoch sind ohne ein zusätzliches Risiko vermutlich kaum auskömmliche Renditen zu erzielen.

Rohstoffinvestitionen könnten im Jahresverlauf wieder in den Anlagefokus rücken, wenn das bestehende Überangebot abgebaut werden sollte. Nach Ansicht von Stephan ist es daher umso wichtiger, das Portfolio breit über Anlageklassen, Regionen und Branchen zu streuen.

Höheres Anleiherisiko

Anleihen mit vergleichsweise geringem Risiko, z.B. zehnjährige Bundesanleihen, dürften auch im Jahr 2016 kaum interessante Renditen bringen. „Potenzial sehe ich dagegen bei US-Unternehmensanleihen mit Investment-Grade“, erklärte Ulrich Stephan. Hier könnten rund 3,5 % Rendite möglich sein. Für eine noch höhere Rendite ist jedoch ein überproportional hohes Risiko einzugehen.

Zwar gibt es nach Ansicht von Ulrich Stephan im Einzelfall bei Aktien weiteres Potenzial. Eine breit angelegte Ausweitung der Kurs-Gewinn-Verhältnisse sei jedoch nicht zu erwarten. Umso wichtiger erscheint daher auch die Berücksichtigung der Dividendenrenditen.

Europäische Werte gefragt

Europäische Aktien sollten 2016 ein gefragtes Investment bleiben. Ein Grund dafür ist das Engagement institutioneller Anleger mit vergleichsweise kleinen Risikobudgets, die vermehrt auf defensive Dividendentitel setzen könnten – als Ersatz für kaum mehr rentierliche Rentenpapiere.

„Wir erwarten beim Stoxx 600 für Ende 2016 einen Stand von 410 Punkten. Das entspricht einem Kurspotenzial von knapp 10 %“, sagte Stephan.

Weiter steigende Immobilienpreise

Der Trend der vergangenen Jahre wird sich bei Immobilien 2016 fortsetzen: Weltweit zieht es die Menschen in die Metropolregionen. Mit der damit verbundenen Nachfrage nach Immobilien dürfte das Angebotswachstum weiterhin nicht Schritt halten können. Steigende Preise wären die Folge.

In Europa dürften insbesondere deutsche Standorte wie Hamburg oder Köln interessant sein. Sie scheinen im Gegensatz zu bereits weit gelaufenen Märkten wie London nach wie vor fair bewertet.

Blasenbildung nicht in Sicht

Stephan: „Eine Blasenbildung am deutschen Immobilienmarkt ist derzeit nicht in Sicht.“ Insgesamt rechnet die Deutsche Bank einem global breit gestreuten Immobilienportfolio die größten Renditechancen zu.

Für Anleger dürfte es ratsam sein, sich im kommenden Jahr nicht zu stark auf nur wenige Investments festzulegen. „Multi Asset, also die breite Streuung des Portfolios über verschiedene Anlageklassen, Regionen und Branchen, ist 2016 wichtiger denn je“, sagte Ulrich Stephan.

Ein Viertel aus Deutschland

Zum Jahresanfang 2016 hält er in einem ausgewogenen Wertpapierdepot einen signifikanten Aktienanteil für sinnvoll. Die Allokation könnte zu jeweils rund einem Viertel aus deutschen, japanischen und US-Aktien sowie einer Beimischung weiterer asiatischer und europäischer Werte bestehen. Auf der Rentenseite stünden insbesondere US-Unternehmensanleihen mit Investment Grade im Fokus, meint die Deutsche Bank.

Anlegern empfehle ich jedoch angesichts der aktuellen Entwicklung, ihr Depot zu überprüfen und gegebenenfalls Gewinnmitnahmen vorzunehmen.

Weiterführende Infos: www.deutsche-bank.de

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2 Antworten auf Aktienstreuung: Wie man für Ruhe im Depot sorgt

  1. sabine sagt:

    Also Hr DrMetzger. Gerade heute erst hat die OECD von einer Blasenbildung am Immomarkt gewarnt. Natürlich ist sie da auch trozt der massiven Zusanderung!

  2. Sarah sagt:

    und wieder geht ein Aktienjahr mit Gewinnen zu Ende 🙂

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