Altbau: Wie man preiswert saniert

Die wenigsten Deutschen wohnen in einem Neubau. So gibt es etwa 20 Mio. Bestandsimmobilien – neu errichtet werden jährlich nur rund 130.000 Gebäude. Der Modernisierungsbedarf bei gebrauchten Häusern ist enorm. Je älter ein Gebäude, desto umfangreicher ist meist die Sanierung. Doch an vielen Stellen lässt sich sparen.

Eigenleistung: Damit kann man viel Geld sparen (Foto: Einhell/BHW Bausparkasse).

Eigentümer von Wohnungen oder Reihenhäusern sollten zuerst prüfen, für welche Modernisierungen die Eigentümergemeinschaft zuständig ist. „Wenn z.B. der Austausch einfachverglaster Fenster Gemeinschaftssache ist, sollte man sie nicht vorschnell auf eigene Rechnung erneuern, denn ohne gemeinsamen Beschluss hat man keinen Anspruch auf Kostenerstattung“, gibt BHW Expertin Angelika Sosnowski zu bedenken.

Baumaterial kann man auch gebraucht kaufen, etwa online über das Bauteilnetz Deutschland. Das ist nicht nur günstiger, sondern auch umweltschonend. Wer stilgerechtes Baumaterial sucht, um damit z.B. fehlende oder beschädigte Dachpfannen zu ersetzen, kann unter historische-baustoffe.de fündig werden. Und: Es muss nicht immer gleich das komplette Dach neu gedeckt werden. Doch Vorsicht, die Materialwahl sollte man vor der Bestellung mit den Handwerkern abstimmen. Viele Betriebe übernehmen keine Garantie bei der Verarbeitung von recyceltem Material.

Alte Haustüren entsprechen zwar häufig nicht dem heutigen Standard, weil sie weder gedämmt noch einbruchsicher sind. „Stilecht sind sie aber allemal“, sagt die Expertin, „und das Reparieren kommt immer stärker in Mode.“ Bevor man 2.000 Euro bis 4.000 Euro für eine neue Holztür ausgibt, kann man besser einen Tischler fragen, ob er das gute Stück nachrüsten kann. Auch abgenutzte Treppen müssen nicht gleich ersetzt werden: Solange die Statik intakt ist, können so genannte Renovierungsstufen aufgesetzt werden.

Wenn man ein Haus energetisch saniert, übernimmt der Staat einen Teil der Modernisierungskosten. Je energieeffizienter das Haus, umso höher die Förderung. Zuschüsse und Kredite gibt es bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau und beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Die Bundesländer bieten weitere Sanierungsprogramme an, die sich in der Regel damit kombinieren lassen. Voraussetzung ist meist eine Energieberatung, über die auch die Beantragung der Fördergelder läuft.

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