Analystenrat: Der Geheimcode der Experten

Die Empfehlungen und Urteile von Profis aus den Analyseabteilungen der Banken sind für meinen Anlegerclub oft ein hilfreicher Wegweiser durch den Dschungel der Kennziffern und Unternehmensdaten. Denn die Analysten schätzen nach Aussage der Verbraucherzentrale nicht nur das absolute Kurspotenzial einer Aktie, sondern vergleichen es vor allem mit dem Gesamtmarkt. Als Indikator dienen dabei die verschiedenen Börsenindizes.

Oskar H. Metzger: Neues aus meinem Anlegerclub (Karikatur: Bubec).

Wird der Markt insgesamt günstig eingeschätzt, bezeichnen die Analysten einzelne Aktien als Outperformer, wenn nach ihrer Einschätzung der Kurs der Aktie mindestens um 10 % stärker steigt als der Index. Glauben sie, dass eine Aktie sich parallel zum Gesamtmarkt entwickelt, sprechen sie von Marketperformern, wobei der Kursverlauf um 10 % nach oben und unten um den Index schwanken kann.

Kaum klare Verkaufsempfehlungen

Klare Verkaufsempfehlungen finden die Anleger allerdings selten. Vielmehr werden Analystenurteile oft wohlklingender verpackt, als sie gemeint sind.

Wer daraus klare Kauf- und Verkaufsempfehlungen ableiten will, sollte das Börsenchinesisch der Experten kennen. Dann kann es auch nicht passieren, dass die Empfehlung „akkumulieren“ als Kaufsignal missverstanden wird. Denn dahinter verbirgt sich bestenfalls eine durchschnittliche Aktie.

Und die Einstufung einer Aktie als Underperformer deutet keinesfalls auf ein unterbewertetes Papier mit Kurschancen, sondern bedeutet im Klartext: „Finger weg von der Aktie, Kursverluste sind vorprogrammiert.“

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