Anlagebetrug: Auf diese Warnsignale sollte man achten

Bei meinen Gesprächen im Anlegerclub registriere ich immer wieder Klagen über die unzureichenden Renditen. Doch auf der Suche nach rentableren Geldanlagen lassen sich Anleger leider immer wieder auf dubiose Angebote ein. Die Zahlen des Bundeskriminalamtes sprechen eine deutliche Sprache: Die erfassten Beteiligungs- und Kapitalanlagebetrugsdelikte stiegen 2014 gegenüber dem Vorjahr um 18 % auf 7.495 Fälle.

Anlagebetrug-auf diese-BankenverbandDie Geldanlage ist ein zartes Pflänzlein: Es kann im Betrugsfall schnell verdorren (Foto: Bankenverband).

Die Dunkelziffer dürfte weit höher sein. Zwar konnten die polizeilichen Fahnder 99 % der erfassten Anlagebetrugsdelikte aufklären, doch ihr Geld sahen die Geschädigten oft nicht wieder.

Um sich zu schützen, sollten Anleger deshalb deutliche Warnsignale beachten:

  • Gewinnversprechen: Traumhafte Renditen klingen verlockend. Doch je höher die Renditeversprechen, desto größer die Verlustrisiken. Eine Orientierungshilfe können zehnjährige Bundesanleihen sein, die sich in der Vergangenheit oft mit nur etwa 0,7 % rentierten. Skepsis ist angebracht, wenn deutlich höhere Renditen versprochen oder „garantiert“ werden.
  • Telefonkontakt: Obwohl gesetzlich verboten, knüpfen unseriöse Anbieter gern erste Kundenkontakte per Telefon. Hier gilt: Erst gar nicht auf solche Gespräche einlassen.
  • Provisionsregelungen: Hohe Provisionsforderungen sprechen dafür, dass der „Anlagespezialist“ eher den eigenen Gewinn als den des Kunden im Sinn hat. Werden Provisionen verschleiert oder falsch deklariert, unbedingt die Finger von dem Angebot lassen.
  • Auslandsadressen: Vorsicht ist angesagt, wenn der Geschäftssitz des Vermittlers in einem exotischen Land ist. Geschädigte Kunden können hier rechtliche Ansprüche oft nur schwer durchsetzen.
  • Zeitdruck: Häufig drängen schwarze Schafe des Geldgeschäfts Anleger zum sofortigen Vertragsabschluss. Übereilte Entscheidungen werden später jedoch oft bereut. Also nicht unter Zeitdruck setzen lassen.
  • Folgegeschäfte: Um potenzielle Anleger zu ködern, schütten die vermeintlichen Geldprofis aus einem ersten Kontakt mit geringem Kapitaleinsatz stattliche Gewinne aus. Meist wird dem Kunden gleichzeitig ein neues Angebot unterbreitet, allerdings unter Einsatz einer erheblich größeren Anlagesumme. Auch hier gilt: Nicht auf solche Angebote einlassen.

Anzeige bei der Polizei

Verlassen sollte man sich auch nicht blindlings auf einen vermeintlich sicheren Anlagetipp von Bekannten. Im Zweifel sollte man vor Vertragsabschluss Rücksprache mit einem Berater seines Vertrauens nehmen.

Wer auf einen Anlagebetrüger hereingefallen ist, sollte umgehend Anzeige bei der Polizei erstatten. Eine Anzeige macht, das habe ich selbst festgestellt, eine nicht zu unterschätzende Arbeit. Doch sie ist notwendig, damit die Anlagebetrüger nicht ungestraft davonkommen.

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