Anlegerstudie: Kritik am Niedrigzins wird lauter

Bei der Geldanlage setzen die Deutschen nach wie vor in erster Linie auf Sicherheit, wenn auch mit leicht sinkender Tendenz. Rund einem Drittel der Bürger ist Flexibilität ihrer Anlagen am wichtigsten. Das sind zwei Ergebnisse einer repräsentativen Studie zum Anlageverhalten der Deutschen, die die Gothaer Asset Management AG (GoAM) von der forsa Politik- und Sozialforschung durchführen ließ.

Anlegerstudie-GothaerChristof Kessler: Experte warnt vor wachsender Unzufriedenheit der Bürger (Foto: Gothaer).

Für 52 % der Bundesbürger ist Sicherheit nach wie vor das entscheidende Kriterium bei der Geldanlage, im Vorjahr waren es mit 54 % allerdings noch etwas mehr. Flexibilität wünschen sich 32 %, eine hohe Rendite ist für 9 % wichtig. Dies spiegelt sich auch in der Auswahl der Anlageformen wider: 45 % der Befragten setzen auf das Sparbuch. Bausparverträge und Lebensversicherungen erfreuen sich mit 30 % bzw. 29 % ebenfalls noch immer großer Beliebtheit. Allerdings sinkt der Zuspruch mit den anhaltend niedrigen Zinsen. Im Vorjahr hatten beispielsweise noch 48 % das Sparbuch an erster Stelle genannt.

Vor allem Sicherheit gesucht

Dementsprechend wird auch die Kritik an der Niedrigzinspolitik der EZB lauter. Mittlerweile halten 56 %  der Befragten diese Strategie für ein untaugliches Mittel, um den Problemen im Euro-Raum zu begegnen. 2016 waren es mit 46 % noch 10 % weniger. Die Zustimmung zu dieser Politik ist auf 34 % gesunken, 2016 befürworteten noch 43 % der Deutschen diesen Kurs.

Christof Kessler, Vorstandssprecher der GoAM, erklärt dazu: „Die Deutschen sind offensichtlich durch die anhaltende Krise verunsichert und suchen bei der Geldanlage vor allem Sicherheit. Doch ist ihnen durchaus bewusst, dass sie nur geringe Renditen oder inflationsbereinigt sogar negative Zinsen erwarten können. Daher wird die Unzufriedenheit der Privatanleger mit der Niedrigzinspolitik der  EZB immer größer.“

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