Armutsquote: 27 % müssen als Rentner jobben

Das Statistische Bundesamt errechnet einmal im Jahr die so genannte „Armutsgefährdungsquote“, die mir jedesmal eine Gänsehaut beschert. 2014 lag diese Quote unter Rentnern erstmals über der Durchschnittsquote für die Gesamtbevölkerung. Dieses sozialpolitische Problem dürfte sich in den kommenden Jahren noch verschärfen, zeigt eine repräsentative Umfrage des Vergleichsportals FinanceScout24.

Armutsquote-FinanzScout24Düstere Aussichten: Bei 39 % wird das Geld im Rentenalter nicht reichen (Grafik: FinanzScout24).

Zwar glaubt über die Hälfte (54 %) der 1.036 Befragten, dass sie auch im Rentenalter ausreichend Geld zur Verfügung haben werden, um ihren Lebensstandard finanzieren zu können. Aber nur jeder Zehnte (9 %) ist der Überzeugung, dass dafür die gesetzliche Rente ausreicht.

Unterstützung durch den Partner

Ein Ausweg aus der Altersarmut wird vorranging in der privaten Vorsorge gesehen (31 %). 14 % der Befragten verlassen sich neben der eigenen Rente aber auch auf Einkünfte des Partners im Alter. Bereits heute kommt fast die Hälfte (48 %) der Rentner nur mit finanzieller Unterstützung durch den Partner über die Runden, so eines der Ergebnisse der Umfrage.

Während derzeit 6 % der Ruheständler die Haushaltskasse durch Nebenjobs aufbessern, werden künftig wesentlich mehr Rentner ihren Ruhestand nicht genießen können. Dass Ruhestand unbeschwerte Freizeit bedeutet, ist schlicht eine Rentenlüge.

Geschiedene sind schlecht dran

Auf die Frage, wie sie im Alter ihren Lebensabend finanzieren werden, antworteten 27 %, dass sie dafür wohl neben der Rente dazuverdienen müssen. Bei Geschiedenen oder Verwitweten beträgt der Anteil, der glaubt auch im Rentenalter weiter zu jobben, sogar 35 %.

Das Thema private Altersvorsorge dürfte daher immer wichtiger werden. Doch gerade die jüngere Generation im Alter zwischen 18 Jahren und 29 Jahren scheint sich darüber keine großen Gedanken zu machen. Immerhin wissen fast 71 % der Befragten in dieser Altersgruppe nicht, wie hoch ihre Einkünfte aus der gesetzlichen Rentenversicherung im Alter voraussichtlich sein werden.

Eine allarmierende Nachricht

„Es ist alarmierend, dass die jüngere Generation nicht einmal annähernd weiß, wie hoch im Alter ihre Einkünfte aus der gesetzlichen Rente sein werden“, kritisiert Prof. Steffen Sebastian von der Universität Regensburg. „Denn nur wer in jungen Jahren damit beginnt, privat für den Ruhestand vorzusorgen, wird auch im Rentenalter den gewohnten Lebensstandard halten können.“ Ein Ratschlag, der nach meiner Einschätzung nicht häufig ausgesprochen werden kann.

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