Betongold: Die Rendite muss stimmen

Nicht nur der Markt für Eigenheime boomt, auch Immobilien als Anlageobjekte sind immer stärker gefragt. Innerhalb von fünf Jahren hat sich das Interesse an diesen Objekten verdoppelt: 52 % der NRW-Haushalte kann sich eine Rolle als Vermieter vorstellen, 2012 waren es erst 26 %. Das ergab die repräsentative Studie  „LBS Wohnwünsche“.

Betongold-LBS-WestKapitalanlage: Phantasiepreise mindern die Attraktivität einer Immobilie (Foto: LBS West).

Mit der Lust auf die Betonrendite nehmen zugleich die Risiken für diejenigen zu, die sich neu am immer enger werdenden Markt für Anlageimmobilien versuchen wollen. LBS-Experte Roland Hustert weiß, worauf Interessierte unbedingt achten sollten, wenn sie ihr Geld in Steinen anlegen möchten. „Anleger schätzen an Immobilien vor allem die verlässlichen Zinserträge und die Sicherheit, die sie wortwörtlich mit den Händen fassen können. Aktien mögen viele Leute einfach nicht.“

Damit sich eine Kapitalanlageimmobilie wirklich rechnet, komme es auf das Verhältnis von Jahreskaltmiete zum Kaufpreis an: Das 25-fache der Jahreskaltmiete entspricht z.B. einer Bruttorendite von 4 %. Konkret: Bei einer Immobilie im Wert von 300.000 Euro müsste eine Jahreskaltmiete von 12.000 Euro erzielt werden. „Hierbei sollte man nicht vergessen, dass jedes Jahr ein Drittel davon in die Immobilie reinvestiert werden sollte, wenn man ein gebrauchtes Objekt erworben hat“, so Hustert.

Immobilien an so genannten B-Standorten seien oft schon für das 15- bis 18-fache der Jahreskaltmiete zu bekommen. „Wenn ich in diesen Lagen etwas Ordentliches kaufe, dann sind das bei den heutigen Zinsen Selbstläufer“, weiß der Immobilienfachmann. „Etwas Ordentliches“, dazu gehört für Hustert zwingend ein guter baulicher und energetischer Zustand des Gebäudes, eine funktionierende Infrastruktur und soziales Umfeld sowie eine Breitbandinternetverbindung, ein Pkw-Stellplatz, Tageslicht im Bad und ein Balkon.  „Ohne Balkon geht heute gar nichts, das ist ein Objektkiller“, ist Hustert überzeugt.

Gut vermarkten ließen sich traditionell kleine 2-Zimmer-Wohnungen um die 45 Quadratmeter, die 3-Zimmer-Küche-Bad bis 70 Quadratmeter und vor allem kleine Business- und Studentenwohnungen ab 25 Quadratmeter. „Je größer die Wohnung, desto weniger Miete bekommt der Anleger pro Quadratmeter“, erklärt Hustert.

Beste Renditen versprechen aktuell Mikro-Appartements, die Anleger häufig in Paketen kaufen und an eine Betreibergesellschaft verpachten.

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