Blogger-Zukunft: Wie man in aussichtsreichen Nischen aktiv wird

Ich hielt das Thema des Blogger-Stammtischs im PresseClub München für sehr ambitioniert. Denn man suchte nach Antworten darauf, wie die Zukunft des Bloggens in zehn Jahren aussehen wird. Und das zu einem Zeitpunkt, zu dem noch nicht einmal genau umrissen werden kann, was Bloggen in der Gegenwart bedeutet. Da half auch die erlauchte Runde der Teilnehmer nicht viel.

Blogger-Zukunft-MetzgerSZ-Profi Stefan Plöchinger (links): Lokalisierung als Zukunftschance (Foto: Metzger).

So empfahl Stefan Plöchinger als Chefredakteur von www.sueddeutsche.de eine gezielte Nischenpolitik als Zukunftschance. Und natürlich auch eine starke Lokalisierung, wenngleich dort nicht die großen Geldquellen zu vermuten sind.

Dem Bauchgefühl vertrauen

Der mit Kreuzfahrtthemen sehr erfolgreich bloggende Franz Neumeier von www.cruisetricks.de vertraut auf sein Bauchgefühl und bezweifelt den Erfolg von Paywalls. Er verdient an einem Sammelsurium von Finanzierungsbausteinen, zu denen Bücher, Affiliate-Links und Honorare zählen.

Der Markenspezialist Patrick Breitenbach von www.patrickbreitenbach.de ist bei der Droge Facebook ausgestiegen, weiß aber nicht, ob er das durchhalten kann. Er fürchtet, dass Facebook in Zukunft das ganze Internet sein will und fremde Links künftig im Rating schlechter bewertet als eigene.

Design-Blogger entwerfen Kollektionen

Igor Josifovic von www.happyinteriorblog.com betrachtet mit Neid US-Blogger, die eine große Design-Gemeinde um sich geschart haben und mit ihrem Wissen beim Entwurf neuer Kollektionen viel Geld verdienen. Seine Devise heißt deshalb: Geldverdienen auf dem Blog und mit dem Blog. Deshalb solle man sich beim Start nicht mit Zweifel „verkopfen“, sondern einfach anfangen.

Veranstalterin Karin Hertzer von www.warmup-cooldown.de begrüßte als Zuhörer viele Damen, die sie folgendermaßen vorstellte: „Kopfblogger“ sind noch in der Planung, „Babyblogger“ sind seit einem Jahr aktiv und „Profiblogger“ haben bereits ein Monatseinkommen von über 1.000 Euro.

Glattgeschliffene Texte

Unwidersprochen war man sich darin einig, dass von Unternehmen keine guten Blogs zu erwarten sind, weil durch das Glattschleifen der Texte kein attraktiver Content zustande kommt. Künftig seien die Nutzer noch mehr als bisher darauf angewiesen, dass die zahlreichen Informationsschnipsel von Bloggern ausgewählt, kanalisiert und beurteilt würden.

Der Blogger müsse zur Marke werden und beim Nutzer Vertrauen erwerben. Dafür sei die richtige Positionierung wichtig. Die finde man aber nur im Laufe der Zeit durch Vortasten in eine erfolgversprechende Richtung. Wer mit dem Wunsch starte, mit Bloggen das schnelle Geld zu verdienen, sei zum Scheitern verurteilt.

Nicht auf Team angewiesen

Das Gute sei es beim Bloggen, das ein Einzelner unglaublich viel schaffen könne. Deshalb sei er nicht auf ein Team angewiesen. Allerdings könne ein Einzelner nicht immer breit recherchieren und gleichzeitig das Ergebnis multimedial darstellen.

Bei Bloggern dominiert aber häufig noch die Selbstausbeutung. Junge Talente könnten dagegen als Youtuber am meisten Geld verdienen. Oder mit Bildern auf Instagram, wo ein Produzent schon mal 5.000 Euro dafür bezahlt, dass sein Bikini dabei ist.

Nicht langweilig sein

Die Konkurrenz unter den Bloggern wird zunehmen. Deshalb gab es in der Podiumsdiskussion die Tipps, sich seine Leidenschaft zu bewahren und nicht langweilig zu sein. Doch das alleine ist kein Zukunftsrezept. Denn bereits in der Gegenwart hat man nach meiner Erfahrung nur Erfolg, wenn man die Langeweile meidet, also keine Schlaftablette ist.

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Eine Antwort auf Blogger-Zukunft: Wie man in aussichtsreichen Nischen aktiv wird

  1. Hallo Oskar,
    vielen Dank für die Zusammenfassung unserer Diskussion beim Blogger-Stammtisch im PresseClub München. Etwas irritiert bin ich darüber, dass du das Ergebnis so zusammenfasst: „… Da half auch die erlauchte Runde der Teilnehmer nicht viel.“
    Mir hat unsere Diskussion gefallen, und ich habe auch viel Neues erfahren. Wir können uns ja in 10 Jahren noch mal darüber unterhalten, was aus den heutigen Zukunftsszenarien geworden ist.
    Sehen wir uns beim nächsten Treffen am 16.2.2016? Wenn du ein gutes Thema vorschlagen und moderieren möchtest, kannst du Claudia oder mich gern ansprechen.
    Sonnige Grüße von Karin

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