CEO: Der neue Titel für den Chef

Drei Buchstaben prangen zur Überraschung in meinem Anlegerclub immer öfter auf den Visitenkarten deutscher Führungskräfte – vom börsennotierten Unternehmen bis hin zum Studentenverein. CEO, CFO, manchmal auch ein stolzes CIO beschreibt die Funktionen dieser Leute.

Oskar H. Metzger: Neues aus meinem Anlegerclub (Karikatur: Bubec).

Dahinter verstecken sich englische Abkürzungen: Der Chief Executive Officer, der Chief Financial Officer oder der Chief Information Officer.

Jeder, der das Sagen hat

Diese Abkürzungen mögen modern und zeitsparend sein, aber der Verständigung schaden sie nach Auffassung des Deutschen Aktieninstituts (DAI). Es fehlt nämlich ein wichtiges Element guter Kommunikation: Die Eindeutigkeit der Begriffe.

Ein CEO ist in Deutschland jeder, „der das Sagen hat“. Dahinter kann sich vielerlei verstecken: Der Vorsitzende oder der Sprecher des Vorstands einer Aktiengesellschaft, der Geschäftsführer einer GmbH oder eines eingetragenen Vereins, der Anführer einer informellen Gruppe.

Besser mit offenem Visier kämpfen

Jeder mag sich ja Phantasietitel geben, so viele er will. Im Berufsleben ist es nach Auffassung des DAI aber ehrlicher, mit offenem Visier zu kämpfen.

Und dazu gehört, jene Bezeichnungen des deutschen Rechtssystems zu verwenden, die Kompetenzen und Aufgaben eindeutig beschreiben. Oder man verlegt den Sitz des Unternehmens rasch in die USA – dann darf man sich ganz zu Recht CEO nennen.

 

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