Chaoskosten: Wenn der Mieter Schäden hinterlässt

Wenn ein Eigentümer seine vermietete Wohnung nach dem Auszug der Mieter grundlegend renovieren muss, dann darf er darauf hoffen, die Ausgaben dafür sofort und in vollem Umfang als Werbungskosten geltend machen zu können. So lautet ein aktuelles Fachgerichtsurteil (Finanzgericht Düsseldorf, Aktenzeichen 11 K 4274/13 E).

Chaoskosten-TomicekMilde Richter: Fiskus muss Renovierungskosten akzeptieren (Karikatur: Tomicek/LBS).

Der Fall: Kaputte Bodenfliesen, zerschlagene Fensterscheiben, Schimmelpilz – nach der Übergabe der Wohnung durch den Mieter musste der Eigentümer erst einmal rund 20.000 Euro investieren, um das Objekt wieder in einen bewohnbaren Zustand zu bringen. In seiner Steuererklärung machte er die Ausgaben als Werbungskosten bei Einkünften aus Vermietung und Verpachtung geltend. Das Finanzamt verweigerte dies. Die Begründung: Er habe das Objekt (in vermietetem Zustand) erst kurz zuvor erworben und nachdem die Renovierung mehr als 15 % der Gebäudeanschaffungskosten übersteige, müsse man hier von anschaffungsnahen Herstellungskosten ausgehen. Diese aber hätten zum Nachteil des Eigentümers nicht sofort abgezogen, sondern nur über einen längeren Zeitraum abgeschrieben werden können.

Das Urteil: Der Vermieter setzte sich durch. Zwar erkannten die Richter durchaus an, hier könne wegen der Überschreitung der 15-%-Grenze bei ganz strenger Auslegung von anschaffungsnahen Herstellungskosten gesprochen werden. Doch der Gesetzgeber habe diese Regelung bestimmt nicht so verstanden wissen wollen, dass ein Eigentümer durch Mieter verursachte Schäden nicht sofort und vollständig absetzen könne.

 

Die Hypothekenzinsen im Zeitraffer

(Effektivzins aktuell und in der Vergangenheit am gleichen Tag)

 

16. Januar 2017 5 Jahre

fest

10 Jahre

fest

15 Jahre

fest

Aktuell 1,03% 1,33% 1,78%
Vor sechs Monaten 0,95% 1,12% 1,55%
Vor einem Jahr 1,20% 1,59% 2,08%
Vor fünf Jahren 2,58% 3,11% 3,55%
Vor zehn Jahren 4,58% 4,64% 4,83%
 

Quelle: FMH-Finanzberatung (www.fmh.de)

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