Demenzkranke: Vorteile einer Haftpflichtversicherung

Es erschüttert mich immer wieder. Doch aktuellen Zahlen des Bundesministeriums für Gesundheit zufolge leiden derzeit rund 1,4 Mio. Deutsche an Demenz. Bis zum Jahr 2030 könnte die Zahl der Erkrankten sogar auf über 2 Mio. steigen. Mit dem Begriff Demenz bezeichnen Mediziner den fortschreitenden Abbauprozess des Gehirns, durch den schrittweise wichtige geistige Fähigkeiten verloren gehen. Im Verlauf der Krankheit werden die Patienten zunehmend vergesslicher und orientierungsloser, bis sie schließlich nicht mehr in der Lage sind, sich in ihrer Umgebung ohne fremde Hilfe zurechtzufinden.

DemenzkrankeImmer mehr Demenzkranke: Spezielle Versicherungen helfen Geschädigten (Foto: Ergo).

Dass mit einer Demenz auch ein deutlich höheres Risiko für Schäden einhergeht, weiß Versicherungsexperte Rolf Mertens. „Nicht selten kommt es bei Demenzerkrankten vor, dass sie vergessen, nach dem Kochen den Herd auszuschalten. Oder den Wasserhahn nach dem Zähneputzen wieder zuzudrehen.“

Nicht bei klarem Bewusstsein

Aber auch alltägliche Situationen außerhalb der Wohnung können gefährlich werden: „Läuft ein Demenzkranker beispielsweise unerwartet auf die Straße, zwingt das den Fahrer eines entgegenkommenden Autos möglicherweise zu einem Ausweichmanöver oder einer Vollbremsung. Die Folge können Sach- oder gar Personenschäden sein“, so Rolf Mertens.

Bei Erwachsenen, die einen Schaden verschuldet haben, kommt in der Regel die private Haftpflichtversicherung für anfallende Kosten auf. Anders verhält es sich dagegen, wenn der Schadensverursacher zum Zeitpunkt des Geschehens nicht bei klarem Bewusstsein war und dadurch die Konsequenzen seines Handelns nicht absehen konnte.

Haftung meist ausgeschlossen

„Dann geht der Gesetzgeber von einer eingeschränkten Schuldfähigkeit aus. Diese schließt eine Haftung des Betroffenen in der Regel aus. Das ist unter anderem auch bei Menschen der Fall, die an Demenz erkrankt sind“, weiß Rechtsexpertin Michaela Zientek. Um dennoch eine Entschädigung für den Geschädigten zu erreichen, bieten einige Versicherer mittlerweile Haftpflichtversicherungen mit einer speziellen Deliktunfähigkeitsklausel an. Bei Ergo ist das beispielsweise die so genannte „Demenzklausel“ im Rahmen der Privathaftpflicht für Senioren. Der Versicherer begleicht dann den Schaden, wenn der Schädiger auf Grund seiner Demenz als nicht deliktfähig gilt. Diese „Demenzklausel“ ist in meinen Augen eine gute Lösung.

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