Demokratie: Tun, was die Menschen wollen

Urban, divers, kosmopolitisch, individualistisch – links ist für viele heute vor allem eine Lifestylefrage. Politische Konzepte für sozialen Zusammenhalt bleiben auf der Strecke, genauso wie schlecht verdienende Frauen, arme Zuwandererkinder, ausgebeutete Leiharbeiter und große Teile der Mittelschicht.

Gesellschaft: Gegen eine Spaltung durch Gendersternchen (Foto: Verlag).

Ob in den USA oder Europa: Wer sich auf Gendersternchen konzentriert statt auf Chancengerechtigkeit und dabei Kultur und Zusammengehörigkeitsgefühl der Bevölkerungsmehrheit vernachlässigt, arbeitet der politischen Rechten in die Hände. Sahra Wagenknecht zeichnet in ihrem Buch eine Alternative zu einem Linksliberalismus, der sich progressiv wähnt, aber die Gesellschaft weiter spaltet, weil er sich nur für das eigene Milieu interessiert und Diskriminierung auf Grund sozialer Herkunft ignoriert.

Ob Flüchtlingspolitik, Klimawandel oder Corona, es ist für Sahra Wagenknecht immer das gleiche Muster: Linksliberale Überheblichkeit nährt rechte Terraingewinne. Und je lauter die Pöbeleien von rechts, desto mehr fühlt sich der Linksliberale in seiner Position bestärkt.

Nazis sind gegen Zuwanderung? Also muss jeder Zuwanderungskritiker ein verkappter Nazi sein! Klimaleugner lehnen CO2-Steuern ab? Also steckt wohl mit ihnen unter einer Decke, wer höhere Sprit- und Heizölpreise kritisiert! Verschwörungstheoretiker verbreiten falsche Informationen über Corona? Wer anhaltende Lockdowns für die falsche Antwort hält, steht also mutmaßlich unter dem Einfluss von Verschwörungstheorien!

Kurz: Wer nicht für uns ist, ist ein Rechter, ein Klimaleugner, ein Aluhut … So einfach ist die linksliberale Welt, beklagt Sahra Wagenkecht. Sie ist promovierte Volkswirtin, Publizisten und Politikerin, Mitglied des Bundestags. Von 2015 bis 2019 war sie Vorsitzende der Linksfraktion.

Nachzulesen in „Die Selbstgerechten – Mein Gegenprogramm für Gemeinsinn und Zusammenhalt“, Sahra Wagenknecht, 24,95 Euro, Campus Verlag in Frankfurt/M.

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