Fachchinesisch: Wo die Entrümpelung hilft

Einige Versicherungen sind ja schon seit einiger Zeit dabei, ihre Versicherungsbedingungen von „Fachchinesisch“ zu entrümpeln und sie so einfacher zu gestalten – ohne an Rechtssicherheit einzubüßen. Jetzt hat auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die sprachliche Überarbeitung seiner Musterbedingungen für Verbraucher abgeschlossen. Damit sollen für die Versicherten nun insgesamt 50 Regelwerke – speziell für Privatkunden – verständlicher sein als zuvor.

Fachchinesisch-Wo die-Goslar InstitutVersicherungsdeutsch: Es wird mehr an den Kunden gedacht (Karikatur: Goslar Institut).

Die Vorgaben für die sprachliche Überarbeitung der Versicherungsbedingungen lauteten nach Auskunft des GDV konkret: Kürzere Sätze, weniger Fremdwörter, einfache Begriffe, Verben statt Substantive. Zudem sollten die Texte klarer gegliedert sein, kurze Absätze, Zwischenüberschriften und Aufzählungseinschübe aufweisen sowie aussagefähige und zielführende Inhaltsverzeichnisse. Dies alles soll den Versicherungskunden dabei helfen, die Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) zu einem Vertrag leichter zu verstehen.

Allerdings gingen einige Versicherungsunternehmen in dieser Hinsicht schon voran und beauftragten Sprachwissenschaftler damit, Verständlichkeitsbarrieren in den AVB abzubauen. Sie demonstrierten damit, dass es auch nachvollziehbarer geht. So etwa die HUK-Coburg, die bereits 2010 den ehemaligen Richter am Bundesgerichtshof (BGH) und bis März 2008 Versicherungsombudsmann, Professor Wolfgang Römer, als Berater für die sprachliche Überarbeitung der Versicherungstexte hinzuzog – ebenso wie den Bund der Versicherten.

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