Fußgänger: Ältere leben gefährlich

Jeder fünfte Verkehrstote in Europa (5320) ist ein Fußgänger. In Deutschland sah es 2018 etwas besser aus. Hierzulande lag der Anteil der im Straßenverkehr getöteten Fußgänger bei 14 % (457).

Ablenkung: Höheres Risiko beim Musikhören (Foto: Allianz).

Eine aktuelle Verkehrssicherheitsstudie der Allianz zur Mobilität und Sicherheit von Fußgängern zeigt, welche Unfallsituationen am gefährlichsten sind, wie hoch das Ablenkungspotenzial durch Smartphone & Co. ist und welche Technik helfen kann, Unfälle zu vermeiden.

Besonders gefährdet sind Fußgänger in der Zeit von Oktober bis Februar, innerorts und in der Dämmerung beziehungsweise bei Dunkelheit. Die Leidtragenden sind vor allem Senioren (258), die auf das Zufußgehen mehr angewiesen sind als Jüngere.

„Mehr als die Hälfte der getöteten Fußgänger in Deutschland ist älter als 64 Jahre“, sagt Jochen Haug, Schadenvorstand der Allianz Versicherungs-AG. „Und der Anteil stieg vergangenes Jahr nochmals stark an, von 51 % auf 56 %.“ Auch Ablenkung spielt bei Fußgängern eine erhebliche Rolle. Laut der repräsentativen Erhebung der Allianz „tippen“ bzw. „texten“ 43 % der Befragten beim Gehen. Fast jeder Zweite (45 %) nutzt das Handy, um zu fotografieren. 28 % hören Musik, und zwei Drittel (67 %) telefonieren beim Gehen.

Dies zeigt, dass Ablenkung nicht nur beim Autofahren, sondern auch zu Fuß ein nachweisbares Unfallrisiko birgt. „Die Nutzung elektronischer Geräte erhöht die Wahrscheinlichkeit für einen Fußgänger, einen Unfall zu erleiden“, sagt Haug. Speziell beim Musikhören steigt das Risiko um mehr als das Vierfache, beim Texten um das Doppelte.

Wie beim Autofahren ist auch bei Fußgängern das Telefonieren die häufigste Ablenkung, spielt aber beim Gehen eine geringere Rolle für das Unfallgeschehen. Im Gegensatz zu Autofahrern entscheiden Fußgänger in der Regel selbst, wann sie sich in eine konfliktträchtige Verkehrssituation begeben, beispielsweise beim Überqueren einer Straße, und dürften demnach besser in der Lage sein, das Telefonieren auf die jeweilige Situation abzustellen.

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