Gaffen: Jetzt wird es richtig teuer

Gaffer, die in ihrer Mischung aus Neugier und Sensationslust Einsatzkräfte behindern oder Aufnahmen von Verunglückten sowie Toten machen, müssen seit dem 1. Januar 2021 empfindlichere Strafen für ihr Verhalten erwarten als bisher. Denn die Bundesregierung hat den Paragraf 201a Strafgesetzbuch (StGB) neu gefasst und darin härtere Maßnahmen gegen diese Schaulustigen ergriffen. Damit droht für das Anfertigen von Fotos oder Filmen von Unfallopfern, die verstorben sind, nun auch eine Strafe: Derartige Täter müssen nun mit Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe rechnen.

Schaulustige: Ärger wegen unterlassener Hilfeleistung (Karikatur: Goslar Institut – Eine Initiative der HUK-Coburg).

Für Einsatz- und Rettungskräfte bedeutet das inzwischen verbreitete Gaffertum eine echte Herausforderung. Nicht nur, dass sensationsgeile Autofahrer im Schritttempo an Unfallstellen vorbeikriechen, um auch ja nichts von dem aufregenden Geschehen dort zu verpassen, und so häufig auf der Gegenspur völlig unnötig Staus, zähfließenden Verkehr und Gefahrensituationen verursachen. Vielfach wird Rettern sogar der Zugang zu Verletzten durch Schaulustige erschwert, die unbedingt von den verunfallten Personen mit dem Smartphone ein Video drehen oder ein „Beweisfoto“ schießen müssen.

Schaulustige an Unfallstellen können darüber hinaus gegebenenfalls wegen unterlassener Hilfeleistung zur Rechenschaft gezogen werden, wenn sie Menschen in Not nicht beistehen. Dafür sieht der Gesetzgeber eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe vor. Zur besseren Einordnung: Allein das Gaffen kann als Ordnungswidrigkeit bis zu 1.000 Euro kosten.

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