Geldautomaten: Versicherer hilft gegen Sprengung

Kriminelle verwenden zunehmend Festsprengstoff, um Geldautomaten zu knacken. Deshalb verlegen immer mehr Banken ihre Automaten in freistehende Pavillons – runde Gebilde aus Stahlbeton. An deren Entwicklung war die R+V Versicherung beteiligt.

Frank Lohmeier: Feilt ständig an Sicherheitskonzepten (Foto: R+V Versicherung).

Das Bundeskriminalamt spricht in seinem aktuellen Bundeslagebild von einem sprunghaften Anstieg der Sprengungen mit festen Explosivstoffen. Diese Beobachtung macht auch Frank Lohmeier, Risikoberater der R+V Versicherung: „Bei rund 40 % der Angriffe auf Bankautomaten verwenden die Kriminellen inzwischen Festsprengstoff.“ Bis vor zwei Jahren wurde bei den Sprengungen noch überwiegend Gas eingesetzt. „In den Banken werden jetzt Mittel genutzt, die dieses Gas neutralisieren und die Explosion verhindern. Bei Festsprengstoff zerstört die Wucht der Explosion nicht nur den Geldautomaten. In den Bankfilialen gehen die Glasfronten zu Bruch, Mauerteile fliegen durch die Luft, ganze Gebäudeteile werden massiv beschädigt. „Der Schaden durch eine solche Sprengung beläuft sich schnell auf einige 100.000 Euro – das ist oft mehr, als die Kriminellen an Bargeld erbeuten“, sagt Lohmeier. Auch Bewohner von angrenzenden Wohnungen werden durch die Verbrecher massiv gefährdet.

„Wir haben nach einer sicheren Lösung außerhalb der Bankfilialen gesucht und sind auf die freistehenden Pavillons gestoßen“, sagt Lohmeier. Die ringförmigen Gebilde bestehen aus bis zu 15 Zentimeter starkem Stahlbeton und bringen zehn Tonnen auf die Waage. Im Inneren befindet sich der Geldautomat. Tastatur und Geldausgabe erreichen die Kunden über eine Art Fenster.

Gemeinsam haben Veloform und die R+V das technische Sicherheitskonzept der Pavillons so weiterentwickelt, dass die Geldautomaten optimal geschützt sind. „Die Täter kommen nicht mehr an die Beute. Ein erster Sprengversuch ist gescheitert, in dem Beton war kein einziger Riss“, erzählt ein Experte. Die Pavillons werden auf freistehenden Plätzen mit ausreichendem Sicherheitsabstand zu umliegenden Häusern aufgestellt. Für Lohmeier ein wichtiger Aspekt: „Damit ist die Gefahr für Anwohner und Bankgebäude gebannt.“ Das Interesse der Banken ist groß.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Spam-Schutz (Damit Sie dieses Formular absenden können, lösen Sie bitte die folgende Aufgabe). *