Hauskauf: Worauf man achten muss

Bauherren und Immobilienkäufer profitieren von den aktuell niedrigen Zinsen. Trotzdem sollten sie den Kauf nicht übereilt angehen. Im Vorfeld hilft ein Berater dabei, die eigene finanzielle Situation richtig einzuschätzen. Worauf es ankommt, weiß Bausparkassenexperte Karsten Eiß.

Hauskauf-Schwäb.HallDa kann man gut lachen: Wenn das Eigenkapital stimmt (Foto: Bausparkasse Schwäbisch Hall).

Je mehr aus eigenen Mitteln beigesteuert werden kann, desto weniger Schulden muss der Kreditnehmer machen. Dadurch ist auch die monatliche Belastung geringer. Mindestens 25 % der Gesamtsumme sollten daher aus eigenen Mitteln bestritten werden. Zum Eigenkapital gehören Bargeld, Bank- und Bausparguthaben und weitere Vermögenswerte „auf der hohen Kante“, die kurzfristig liquide gemacht werden können. Zum Beispiel Fonds, Gold oder eine Münzsammlung.

Die monatliche Belastung

 Als Grundregel gilt: Die monatlichen Raten für Zins und Tilgung sollten ein Drittel des Haushaltsnettoeinkommens nicht übersteigen. Denn auch für Bauherren und Wohnungseigentümer geht das Alltagsleben weiter.

Eine Autoreparatur muss ebenso eingeplant werden wie ein kurzzeitiger Verdienstausfall. Wenn es die finanzielle Situation zulässt, sollte eine Tilgung von 3 % bis 5 % vereinbart werden. Denn je höher die Tilgung, desto kürzer die Laufzeit und desto niedriger die Gesamtkosten.

Die Eigenleistung

Hier gibt es keine pauschale Antwort, denn es kommt dabei ganz auf die handwerklichen Fähigkeiten der Bauherren an. Grundsätzlich gilt: Vorsichtig kalkulieren.

Es ist zwar schön, wenn man am Bau selbst mit anpacken kann und Freunde und Verwandte mithelfen. Doch viele Häuslebauer überschätzen nicht nur ihre Fähigkeiten und die verfügbare Zeit, sondern auch die Einsparmöglichkeiten. Mit einer falsch kalkulierten Muskelhypothek wird der Bau nicht günstiger, sondern teurer.

Die Nebenkosten

Die Gesamtnebenkosten summieren sich auf 10 % bis 15 % des Kaufpreises. Dabei werden für Notar und Grundbucheintrag meist 1,5 % bis 2 % des Kaufpreises fällig, die Grunderwerbssteuer beträgt je nach Bundesland zwischen 3,5 % und 6,5 %.

Wer einen Makler eingeschaltet hat, muss zusätzlich noch die Maklergebühren einplanen: Sie betragen zwischen 4 % und 7 % des notariellen Kaufpreises inklusive Mehrwertsteuer.

 

Die Hypothekenzinsen im Zeitraffer

(Effektivzins aktuell und in der Vergangenheit am gleichen Tag)

 

22. Mai 2017 5 Jahre

fest

10 Jahre

fest

15 Jahre

fest

Aktuell 1,08% 1,36% 1,82%
Vor sechs Monaten 1,02% 1,28% 1,72%
Vor einem Jahr 1,05% 1,31% 1,75%
Vor fünf Jahren 2,27% 2,80% 3,24%
Vor zehn Jahren 4,88% 4,88% 5,09%
 

Quelle: FMH-Finanzberatung (www.fmh.de)

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