Heizen: Wird es ungemütlich teuer?

Das Tempo, mit dem neue Technologien den Energiesektor umkrempeln, schafft Zuversicht, manchmal auch Unsicherheit. Viele Menschen, die Wohneigentum besitzen, zögern, in die klimaschonende Modernisierung ihrer Immobilie zu investieren.

Photovoltaik: Moderne Technik schafft Preisvorteile (Foto: Martin Scherag/BHW Bausparkasse).

Immer noch sind 73 % derjenigen, die Eigenheime besitzen, nicht für eine umweltfreundliche Zukunft gerüstet. Dabei machen klimaschonende Verfahren das Abwracken von öl- oder gasbasierten Heizsystemen leichter denn je. Jeder zweite Haushalt ist mit einer Gasheizung ausgestattet, 24 % mit einer Ölheizung. Die alten Heizanlagen werden jetzt im Unterhalt spürbar teurer. Öl- und Gaspreise steigen rapide. Aber auch Kohleöfen sind immer noch im Einsatz. Allein in Berlin heizen derzeit über 5.000 Öfen mit Braunkohle.

Wer fossile Heiztechnik hinter sich lassen will, stößt auf die Solarthermie. Das langjährig erprobte Verfahren kann die Heizung unterstützen und auch für warmes Wasser sorgen. Heute sind in Deutschland 2,5 Mio. Anlagen in Betrieb. Wer für die Solarwärmeanlage in einem Einfamilienhaus 10.000 Euro in die Hand nimmt, kann mit deutlich über zehn Jahren rechnen, bis sich die Anschaffung rentiert.

Üblicherweise wählen Eigentümerinnen und Eigentümer dabei die Kombination mit einer Brennwertheizung – ein Energieträger von gestern bleibt also im Spiel. Anders bei der Wärmepumpe: Die neue Heiztechnologie, die komplett CO2-neutral funktionieren kann, erreichte bei den genehmigten Wohngebäuden 2020 einen Marktanteil von über 50 %.

Die Bedingungen im Falle eines Altbaus müssen allerdings passen, damit sich der Betrieb wirklich lohnt. Gute Karten haben Sanierungsprojekte in einem gedämmten Haus mit Fußbodenheizung. Für eine Luftwärmepumpe zahlt man 10.000 Euro bis 14.000 Euro. Laut Herstellerangaben zahlt sich das nach sieben bis zehn Jahren aus.

„Bei einer anstehenden Heizungssanierung sollte man auswählen und Alternativen abwägen können“, sagt Krzysztof Pompa von der BHW Bausparkasse. „Das geht meist nur mit der Beratung durch erfahrene, zertifizierte Fachleute, die auch Referenzobjekte vorweisen können.“ Sicher ist: Der Zeitpunkt bis zur Amortisation rückt näher, wenn man staatliche Förderungen mit einplant.

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