Immobilie: Wie man davon leben kann

Immer mehr Rentner, die eine schuldenfreie Immobilie haben, wenden sich an die Verbraucherzentrale. Ihnen fehlt es an finanziellen Rücklagen für Reparaturen, Modernisierungen, Anschaffungen oder Reisen. Deshalb fragen sie gezielt nach, ob sie ihre finanzielle Lage durch den „Verzehr der Immobilie“ verbessern können.

Christiane Kienitz, Juristin bei der Verbraucherzentrale Hessen: Rentner wollen Immobilie „verzehren“ (Foto: ©Banczerowksi).

Christiane Kienitz ist Juristin und bei der Verbraucherzentrale Hessen als Referentin für Immobilienfinanzierung tätig. Sie spricht in diesem Interview über die Vor- und Nachteile von Leibrente.

Frage: Welche Möglichkeiten haben die Rentner, die zu Ihnen in die Beratung kommen, denn eigentlich?

Antwort: Es sind ja zumeist ältere Menschen, die uns auf die Möglichkeit der Immobilienrente ansprechen. Sie haben entweder keine Erben, wollen auf keinen Fall umziehen oder wollen ihre lastenfreie, werthaltige Immobile noch „verleben“. Diese Menschen haben im Prinzip nur eine Möglichkeit: die Leibrente.

Frage: Leibrente – das klingt altmodisch. Was ist das?

Antwort: In diesem Fall verkauft der Eigentümer seine Immobilie und erhält dafür nicht eine einmalige Kaufsumme, sondern eine monatliche Rente. Die Leibrente gibt es entweder als lebenslange Rente oder als befristete Zeitrente mit höherem monatlichem Kapitalbetrag.

Frage: Ist eine Leibrente denn finanziell interessant?

Antwort: Man muss sich darüber im Klaren sein, dass die erzielbare Höhe der Auszahlungssumme regelmäßig unter dem aktuellen Wert der Immobilie liegt. Der Käufer kann die Immobilie ja nicht selbst nutzen, denn die meisten Verkäufer behalten sich ein lebenslanges Wohnrecht vor. In diesem Fall setzen die Anbieter eine fiktive Miete an, die die monatliche Rentenzahlung schmälert. Es ist also wichtig, genau nachzurechnen. Unter Umständen ist es finanziell lohnender, die Immobilie ohne Leibrentenmodell zu verkaufen, auf das Wohnrecht zu verzichten und von dem Verkaufserlös zu leben.

Wer sich für eine Leibrente interessiert, kann bei der Stiftung Liebenau, der Caritas oder der Leibrenten AG nachfragen. Diese bieten aktuell unterschiedliche Varianten an.

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