Informationen: Für Anleger ein Flickenteppich

Der deutsche Fondsverband BVI warnt angesichts der 2018 in Kraft getretenen MiFID-II- und PRIIPs-Regeln vor unterschiedlichen Informationen für Anleger. „Im neuen Jahr droht Fondskäufern ein Flickenteppich an widersprüchlichen Informationen“, sagt Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des BVI. „Je nach Vertriebsweg erhalten sie dann zu ein und demselben Fonds bis zu vier unterschiedliche Dokumente, deren Inhalte sich in wesentlichen Punkten widersprechen. Das wird die Verbraucher eher verwirren als aufklären.“

Informationen-Deutsche BörseTeilnahme am Aktienmarkt: Der Zugang wird bei Fonds unübersichtlicher (Foto: Deutsche Börse AG).

Der BVI plädiert deshalb dafür, die von der EU-Kommission und den europäischen Aufsichtsbehörden (ESAs) erlassenen Regeln gezielt zu überarbeiten. Dazu Richter: „MiFID und PRIIPs haben 2012 als sinnvolle Vorhaben zum Verbraucherschutz begonnen, sich dann aber im weiteren Prozess zu administrativen Monstern entwickelt. Die EU-Gesetzgeber haben Maß und Ziel verloren und sollten die Auswüchse schnell korrigieren. Für PRIIPs könnte das schon bei der anstehenden Überprüfung Ende 2018 geschehen.“

Fondsgesellschaften und Berater stellen Privatanlegern bisher schon das so genannte OGAW-KIID zur Verfügung, auch bekannt als „wesentliche Anlegerinformationen“. Sie enthalten übersichtliche und vergleichbare Informationen unter anderem zu Kosten, Wertentwicklung und Risiken des jeweiligen Fonds. Zu Riesterfonds erhält der Anleger zusätzlich ein gesetzlich vorgeschriebenes Produktinformationsblatt. Seit Januar kommen die neuen Informationen nach MiFID II hinzu und bei Fondspolicen ein PRIIPs-KID.

Ein Vergleich dieser Dokumente führt oft zu absurden Ergebnissen, etwa bei den Kosten: Beim Kauf eines Fonds schreiben MiFID II und PRIIPs vor, die Kosten in Euro und Cent offenzulegen.

Die Kostenbestandteile sind zwar unter MiFID II und PRIIPs einheitlich definiert, sie werden allerdings unterschiedlich berechnet mit der Folge, dass der Anleger je nach Dokument unterschiedliche Angaben erhält. Doch damit nicht genug: Die Kosten nach MiFID II und PRIIPs sind wiederum nicht mit denen in den wesentlichen Anlegerinformationen identisch, und sie unterscheiden sich auch noch von den Angaben im Riester-Produktinformationsblatt. Welche Kosteninformationen der Anleger zu ein und demselben Fonds am Ende erhält, bestimmt demnach der Vertriebsweg; also ob der Anleger ihn direkt beim Produktanbieter, bei der Bank im Wertpapiervertrieb oder als fondsgebundene Versicherung kauft. Fondsanleger sollten sich durch die Informationsflut nicht verunsichern lassen und Fragen mit ihrem Finanzberater klären.

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