Kfz-Haftpflicht: Saftige Strafe für Schummler

Bei der Berechnung einer Kfz-Haftpflichtpolice locken diverse Rabatte. Wer bei der Angabe von beitragssenkenden Merkmalen schummelt oder Änderungen nicht meldet, den erwarten im Schadenfall teils saftige Strafen. Das zeigt eine Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW bei zehn Gesellschaften.

Bei der Kfz-Versicherung lässt sich tüchtig sparen – nicht nur durch unfallfreies Fahren, sondern bereits bei Vertragsabschluss. Wer beispielsweise jedes Jahr weniger als 10.000 Kilometer fährt, den Wagen nachts in der Garage parkt oder ausschließlich selbst am Steuer sitzt, darf sich über Rabatte freuen. Mal können die Einschränkungen rund 5 % Nachlass bringen, mal kann durchaus mehr als ein Drittel vom Jahresbeitrag drin sein: etwa wenn der 19-jährige Sohn per Altersbeschränkung im Vertrag als Fahrer ausgeschlossen wird.

Doch wie reagieren Versicherer, wenn das Auto nächtens am heimischen Bordstein in einen Unfall verwickelt, wenn wegen des fernen Urlaubsziels das angepeilte Kilometerlimit  geknackt oder der Filius nach einem Minicrash als Fahrer enttarnt wird? Keine weiteren Prüfinstanzen sehen neben Werkstattrechnung und Unfallbericht Cosmos Direkt und Ergo vor. R+V, Württembergische, Axa, Allianz, HUK und LVM führen überdies stichprobenartigen Kundenabfragen durch. Keine Angaben zu den Prüfverfahren wollten Provinzial und Generali machen.

Branchenweite Einigkeit herrscht offenbar über die Konsequenzen, wenn der Kunde die Korrektur nicht mehr gültiger Angaben verbummelt hat. Alle befragten Unternehmen gaben an, in diesem Fall den teureren Beitrag rückwirkend zum Beginn des Versicherungsjahres nachzuberechnen.

Bei der Axa kann sich darüber hinaus in der Kaskoversicherung „die vertraglich vereinbarte Selbstbeteiligung um 500 Euro“ erhöhen. Noch teurer wird es, wenn Versicherungsnehmer beim absichtlichen Schummeln ertappt werden. Die Provinzial verlangt in diesem Fall eine Vertragsstrafe von 500 Euro, die Württembergischen kassiert 1.000 Euro. Sieben Anbieter verlangen als Strafe für das laufende Versicherungsjahr den doppelten Beitrag. Allein die HUK sieht über die rückwirkende Beitragsberechnung hinaus keine weitere Sanktion vor.

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