Kurs-Gewinn-Verhältnis: Eine schwierige Interpretation

Ist eine bestimmte Aktie zum aktuellen Kurs kaufenswert oder nicht? Das prüft man in meinem Anlegerclub oft. Eine wichtige Kennzahl zur Beantwortung dieser Frage ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), heißt es in einer Fachinformation des Deutschen Aktieninstituts.

Oskar H. Metzger: Neues aus meinem Anlegerclub (Foto: Privat).

Es wird ermittelt, indem der Kurs einer Aktie durch den Unternehmensgewinn pro Aktie dividiert wird. Meist wird hierbei der geschätzte künftige Gewinn zugrundegelegt.

Preiswert oder teuer?

Bei einem KGV von unter zwölf gilt eine Aktie in der Regel als preiswert. Liegt das KGV hingegen über 20, erscheint sie als teuer. Um eine Aktie korrekt einzustufen, sollte ihr KGV immer mit dem anderer Aktien der gleichen Branche verglichen werden.

Bei der Interpretation des KGV sind verschiedene Aspekte zu beachten. Wachstumsunternehmen, denen in den kommenden Jahren hohe Gewinnsteigerungen zugetraut werden, weisen ein höheres KGV auf als Aktien von Unternehmen mit langsam wachsenden Gewinnen. Dennoch können Wachstumswerte auch bei hohem KGV „günstig“ sein – wenn sie nämlich später die in der aktuellen Börsenbewertung enthaltenen Wachstumserwartungen erfüllen.

Die Konstanz der Erträge

Auch die Konstanz der Gewinne spielt eine Rolle: Unternehmen mit stetigen Gewinnzuwächsen werden höher bewertet als solche mit stark schwankenden Gewinnen. Stark zyklische Werte weisen daher meist ein geringeres KGV auf.

Das KGV ist hilfreich, aber nicht allein selig machend. Um die Preiswürdigkeit einer Aktie einzuschätzen, empfiehlt das Deutsche Aktieninstitut, es stets nur als eine von mehreren Bewertungskriterien heranzuziehen.

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