Lebensversicherung: Im Notfall verkaufen

Finanztip hat zwei wichtige Probleme untersucht: Die Geldnot der Besitzer von Lebensversicherungen und die Kfz-Prämie für ältere Autofahrer. Fazit: Durch einen Vergleich kann man viel Geld Sparen.

Sara Zinnecker: Eine Kündigung lohnt bei Lebensversicherungen nur selten (Foto: Finanztip).

Die Kapitallebensversicherung dient Millionen Deutschen als Altersvorsorge. Doch was tun, wenn das Geld schon früher als geplant gebraucht wird? Im Jahr 2017 haben Sparer Verträge im Wert von 12,7 Mrd. Euro gekündigt. Und das, obwohl sich die Kündigung nur selten lohnt.

 In der Regel bringt der Verkauf der Police bis zu 4 % mehr. Der gemeinnützige Verbraucherratgeber Finanztip hat die Unternehmen genau angeschaut, die Lebensversicherungen ankaufen, und erklärt, was Sparer beachten müssen. Häufig spricht die gute Rendite dafür, ältere Lebensversicherungen weiterzuführen. „Wenn Sie das Geld aber wirklich brauchen, prüfen Sie, ob ein Verkauf die beste Lösung ist“, rät Sara Zinnecker, Expertin für Geldanlage bei Finanztip.

„Denn wer früher als geplant Geld aus der Lebensversicherung nimmt, zahlt immer drauf. Bei kurzfristigen finanziellen Engpässen kann man eine Police auch beleihen oder beitragsfrei stellen.“ Wer langfristig Geld braucht und bereits einige Jahre angespart hat, für den kommt ein Verkauf infrage.

Auf der Suche nach einem Ankäufer sollten Verbraucher genau vergleichen: „Die Kaufpreise variieren, weil jeder Ankäufer den Wert der Lebensversicherung etwas anders berechnet“, sagt Zinnecker. „Prüfen sollten Verbraucher außerdem, ob der Verkauf in ihrem konkreten Fall tatsächlich mehr Geld bringt als die Kündigung.“ Wie viel Geld die Versicherung bei einer Kündigung auf den Tisch legen würde, zeigt der so genannte Rückkaufswert – zu finden in der jährlichen Mitteilung zum Stand des Vertragsguthabens.

Ein ausreichend hoher Rückkaufswert von 5.000 Euro bis 10.000 Euro ist häufig Voraussetzung für den Verkauf. Der Vertrag sollte außerdem noch etwa fünf Jahre laufen und gute Garantiezinsen beinhalten. „Viele Anbieter prüfen Verträge erst dann, wenn diese Bedingungen erfüllt sind. Junge Verträge nehmen sie gar nicht erst an.“

Kommt es zum Verkauf, gehen alle Rechte auf die Auszahlung bei Vertragsende an den Ankäufer: „Er profitiert von der guten garantierten Verzinsung bei älteren Verträgen, den Überschüssen und dem Schlussbonus“, erklärt Zinnecker. „Dafür bezahlt er bis zum Vertragsende anstelle des Kunden die Beiträge.“

Bei der Wahl des Käufers rät die Expertin zur Vorsicht: „Bietet Ihnen dieser eine Ratenzahlung an oder verlangt er für den Verkauf eine Gebühr, ist das unseriös. Lassen Sie die Finger von solchen Angeboten.“ Wer auf Nummer sicher gehen möchte, lässt sich Kaufangebote von den Finanztip-Empfehlungen machen: Cumerius (CFI Fairpay), Partner in Life, Policen Direkt, Winninger und Cashlife.

Gut zu wissen: Steuerliche Hinweise und den genauen Ablauf beim Verkauf der Lebensversicherung finden Verbraucher auf der Website von Finanztip. Die Experten stellen außerdem einen Rechner zur Verfügung, mit dem Verbraucher prüfen können, ob es sich mit Blick auf die Rendite lohnt, die bestehende Lebensversicherung weiterhin zu besparen.

 

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