Marktwächter: Warnung vor unbeliebten Zusatzleistungen

Anbieter koppeln an Kreditkarten immer mehr Zusatzleistungen wie Versicherungen oder Einkaufsvorteile. Allerdings sind die umfangreichen Versicherungspakete vielen Verbrauchern (44 %) egal. 37 % der Verbraucher finden es nicht gut, dass Kreditinstitute Einkaufsvorteile anbieten. Das zeigt eine aktuelle Umfrage im Rahmen des Projekts Marktwächter Finanzen durch die Verbraucherzentrale Sachsen. Auch die Transparenz bei den Preismodellen der Banken und Sparkassen hat Verbesserungspotenzial. Nur knapp jeder Dritte (31 %) hält diese für transparent und nachvollziehbar.

Marktwächter-VerbraucherzentraleCarmen Friedrich: Nur für das bezahlen, was man auch will (Foto: Verbraucherzentrale).

„Umfangreiche Versicherungspakete als Beigabe zur Kreditkarte sind mir egal“ – sagen 44 % der Verbraucher, die im Rahmen einer repräsentativen Umfrage durch das Marktforschungsinstitut forsa befragt wurden. „Das bedeutet, viele Verbraucher bezahlen diese Leistungen, obwohl sie keinen Wert auf derartige Zusätze legen“, stellt Carmen Friedrich, Teamleiterin Marktwächter Finanzen fest. „Einkaufsvorteile, die einige Kreditinstitute mit ihren Karten kombinieren, werden häufig sogar abgelehnt.“ Lediglich 23 % der Befragten finden es gut, dass Einkaufsvorteile angeboten werden, weit mehr Verbraucher (37 %) stimmen dieser Einschätzung nicht zu.

„Bei unserer Marktbeobachtung stellen wir fest, dass Banken und Sparkassen immer mehr Leistungen an Kreditkarten anbinden. Insbesondere geht es um diverse Reise- oder Rechtsschutzversicherungen, aber auch Warenschutz-, Internetkäuferschutz- oder Unfallversicherungen. Auch die erwähnten Einkaufsvorteile gewinnen an Fahrt“, so Carmen Friedrich. Bei der Umfrage kam heraus, dass lediglich ein Drittel der Befragten (31 %) die Preismodelle der Kreditinstitute für transparent und nachvollziehbar hält, was bedauerlich ist.

„Wer möchte für Leistungen zahlen, die ihm egal sind, die er vielleicht gar nicht braucht oder für die ihm die nötigen Informationen fehlen?“, so Carmen Friedrich. „Am Ende stellt sich die Frage, ob hier nicht unnötig Geld verbrannt wird. Deshalb ist es wichtig, dass sich Verbraucher zuerst überlegen, was sie von einer Kreditkarte oder einem Girokonto erwarten und auch mühsam das Kleingedruckte lesen, um herauszufinden, wofür sie tatsächlich ihr Geld ausgeben. Die Verbraucherzentralen unterstützen dabei gern.“

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