MDAX: Den Schwergewichten einen Schritt voraus

Wie ich bestätigen kann, denken viele Mitglieder im Anlegerclub bei deutschen Aktien ausschließlich an den Deutschen Aktienindex DAX. Schließlich hat dieser als Repräsentant der 30 größten deutschen Standardwerte einen festen Platz in den täglichen Börsennachrichten. Doch es gibt neben den 30 Blue Chips noch viele weitere interessante, mittelgroße Unternehmen, die ebenfalls gute, wenn nicht gar höhere Renditen abwerfen. Vor einem Investment lohnt also der Blick über den Tellerrand.

MDAX-BankenverbandBulle und Bär: Börsensymbole für die Kursentwicklung an den Börsen (Foto: Bankenverband).

Ein Beispiel: Während der DAX seit Ende 2000 (gut 6.400 Punkte) einen Anstieg auf über 10.000 Punkte und damit von rund 55 % verzeichnete, schafften die 50 Titel des MDAX im gleichen Zeitraum einen Anstieg von 4.600 Zähler auf über 20.000 Punkte. Das entspricht einer Wertsteigerung von rund 330 %.

Die mittelgroßen Werte

Der MDAX spiegelt die Wertentwicklung der so genannten Mid Caps, der mittelgroßen Werte, wider. Experten führen den Vorsprung des MDAX in Zeiten der Schuldenkrise auf seine Zusammensetzung mit nur wenigen Finanzwerten zurück. Außerdem seien viele MDAX-Unternehmen weltweit tätig. Krisen in Europa könnten so besser gemeistert werden.

Auch gemessen an den Dividenden stellt der MDAX seinen bekannteren Bruder in den Schatten. Zwar sind die Ausschüttungen der DAX-Gesellschaften seit 2010 bis 2015 von rund 20 Mrd. Euro auf 30 Mrd. Euro gestiegen, was einem Plus von immerhin 46 % entspricht. Dagegen konnten die Gesellschaften des MDAX ihre Ausschüttungen im gleichen Zeitraum von rund 2,0 Mrd. Euro auf 6,8 Mrd. Euro und damit um 240 % steigern.

Fonds als Alternative

Da Kleinsparer kaum die Möglichkeit haben, in sämtliche Titel des DAX oder MDAX zu investieren, sind am deutschen Aktienmarkt breit investierende Investmentfonds und speziell am MDAX ausgerichtete Fonds eine gute Alternative.

Anleger, die bereits viele Jahre in Aktien investiert sind, können oft noch viel kräftigere Kursgewinne in ihrem Depot verbuchen. Der Gedanke liegt nahe, auch einmal Gewinne zu realisieren und damit zu sichern.

Regel für Teilverkauf

Wichtig zu wissen: Veräußerungsgewinne aus Wertpapieren, die nach dem 31. Dezember 2008 erworben wurden, unterliegen bei einem Verkauf grundsätzlich der 25-prozentigen Abgeltungsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Ein Verkauf älterer Wertpapierbestände ist dagegen steuerfrei.

Hat ein Anleger Aktien eines Unternehmens teilweise vor und teilweise nach diesem Stichtag erworben, sollte er die Regel „First in, first out“ kennen. Sie besagt, dass bei einem Teilverkauf von Aktien eines Unternehmens aus einem Depot die am frühesten erworbenen Papiere als diejenigen angesehen werden, die auch als erstes verkauft werden.

Für die Berechnung des Veräußerungsgewinns gilt also grundsätzlich „First in, first out“. Dieser Grundsatz betrifft auch Kapitalentnahmen aus Fondssparplänen. Das sagt mir mein Steuerberater auch immer wieder als Tipp für den Anlegerclub.

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