Minizinsen: Sie machen Anleger mürbe

Die lang anhaltenden Niedrigzinsen hinterlassen mittlerweile deutliche Spuren bei deutschen Anlegern. 60 % der Befragten zeigen sich frustriert mit Blick auf die magere Verzinsung ihrer Ersparnisse.

Pessimistisch: 45 % erwarten keine hohen Zinsen (Grafik: Union Investment).

Auf Grund der fehlenden Aussicht auf höhere Zinsen verfallen immer mehr Sparer in Lethargie und resignieren: Annähernd jeder Zweite (46 %) verspürt inzwischen keine Lust mehr, die Rendite von verschiedenen Geldanlagen miteinander zu vergleichen (zweites Quartal 2018: 40 %).

Vor dem Hintergrund des Niedrigzinsumfeldes macht sich Frust unter den Sparern breit. Sechs von zehn Befragten äußern sich unzufrieden über die Verzinsung ihrer Geldanlage. Nur jeder Dritte (36 %) ist mit der Art und Weise zufrieden, wie sein Vermögen arbeitet. Unmut äußern die Befragten auch über die ungleichmäßige Lastenverteilung durch die Nullzinspolitik: Mehr als jeder Zweite (55 %) ärgert sich darüber, dass die Minizinsen einseitig auf Kosten der Sparer gehen, während Kreditnehmer oder der Staat erhebliche Zinseinsparungen haben. 40 % fordern daher vom Staat, dass er den Anlegern etwas zurückzahlen sollte.

Statt die Initiative zu ergreifen und sich nach rentierlichen Anlagemöglichkeiten umzuschauen, zeigen sich die Sparer zunehmend mürbe und lethargisch: 45 % sind der Ansicht, dass es bei dem niedrigen Zinsniveau egal ist, wie lange sie ihr Geld anlegen, da sie ohnehin keine vernünftige Verzinsung bekommen. Im zweiten Quartal 2018 waren es lediglich 37 %.

Für immer mehr Menschen scheint es momentan gleichgültig, für welche Form der Geldanlage sie sich entscheiden. Sie erwarten von keiner Anlage eine attraktive Rendite. Ihr Anteil ist von 35 % im zweiten Quartal 2018 auf aktuell 41 % gestiegen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Spam-Schutz (Damit Sie dieses Formular absenden können, lösen Sie bitte die folgende Aufgabe). *