Naturgefahren: Künftig mehr Eigenverantwortung gefragt

Wetterextreme nehmen zu – und damit das Risiko für Hausbesitzer, dass Starkregen, Hochwasser oder Schneedruck die eigenen vier Wände beschädigen oder zerstören. Trotzdem besitzen nur wenige eine Naturgefahrenversicherung. Vermittler sollten Aufklärungsarbeit leisten – auch, um sich selbst vor Beratungsrisiken zu schützen.

Naturgefahren-HDIImmer mehr zu sehen: Gewaltige Sachschäden durch Naturereignisse (Foto: HDI).

93 % aller Hausbesitzer in Deutschland glauben, ihr Eigenheim sei gegen Naturgefahren aller Art versichert. Dies ergab eine Studie der Gesellschaft für Konsumforschung im Jahr 2016. Eine grobe Fehleinschätzung: In Wirklichkeit umfassen nur 40 % aller abgeschlossenen Wohngebäudepolicen einen Schutz vor Naturgefahren, hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ausgerechnet. Dr. Dirk Höring, Leiter Produktmanagement Sach bei der HDI Versicherung AG, kommentiert: „Die Naturgefahrenversicherung ist für jeden Immobilienbesitzer wichtig. Sonst steht er mit leeren Händen da, wenn sein Gebäude z.B. durch Starkregen, Hochwasser, Schneedruck oder ein Erdbeben beschädigt oder sogar zerstört wird.“

Extreme Wetterlagen nehmen in Deutschland zu. Allein die Sturmtiefs Paul und Rasmund haben Ende Juni bis Anfang Juli 2017 nach GDV-Angaben Schäden von insgesamt 600 Mio. Euro angerichtet. Einige Regionen Deutschlands haben den nassesten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen erlebt. Örtlich fiel mit 420 Litern pro Quadratmeter doppelt so viel Regen wie zu dieser Jahreszeit üblich. Und damit nicht genug: Der Deutsche Wetterdienst beschreibt in seinem „Nationalen Klimareport 2016“ eine „Tendenz weiterer Zunahmen von Niederschlagsextremen“.

Damit wächst das Schadenrisiko für Immobilieneigentümer. Wolfgang Hanssmann, Vertriebsvorstand bei HDI, ergänzt: „In der Vergangenheit hat der Staat, z.B. nach Orkanen oder Flutkatastrophen, häufig Nothilfefonds eingerichtet, um Menschen, die ihr Hab und Gut verloren hatten, einen finanziellen Neuanfang zu ermöglichen. Künftig sollen Hauseigentümer aber nur noch dann unterstützt werden, wenn sie sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten gegen Schäden durch Naturgefahren versichert haben. Eigenverantwortung wird wichtiger – und Vermittler sind umso mehr gefordert, ihre Kunden zu sensibilisieren.“

Eine Naturgefahrenversicherung zu bekommen, ist für die allermeisten Immobilienbesitzer kein Problem. Laut GDV sind „99 % aller Gebäude problemlos gegen Starkregen und Überschwemmungen versicherbar“. Auch der Rest hat noch gute Chancen.

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