Parkhäuser: Wie dort Wohnungen entstehen

Sie sind groß, selten ansehnlich und werden immer weniger gebraucht: Parkhäuser in deutschen Innenstädten sind ein Auslaufmodell. Gleichzeitig fehlt es dort, wo sie stehen, an bezahlbarem Wohnraum. Wäre es da nicht möglich, ungenutzte Stellplätze in dringend benötigte Wohnungen umzubauen? Schwäbisch Hall-Expertin Kathrin Milich zeigt, welches Zukunftspotenzial in der Umgestaltung der urbanen Infrastruktur steckt.

Beispiel Köln: Parken und Wohnen wurden verbunden (Foto: WvM Immobilien + Projektentwicklung GmbH).

Wie etwa bei einem vielbeachteten Pilotprojekt in Köln, dem Umbau des Parkhauses „Am Friesenplatz“. Dessen Betreiber wollte sich aus wirtschaftlichen Gründen von 200 der 450 Stellplätze trennen. Zwei Immobilienfirmen entwickelten gemeinsam das Projekt Magnus 31. Nach einer fast fünfjährigen Planungs-, Wettbewerbs- und Genehmigungsphase wurden 2014 die beiden oberen Parketagen abgetragen und um drei Wohngeschosse mit insgesamt 31 Eigentumswohnungen ergänzt, zu denen jeweils eigene Parkplätze gehören.

Vom Betonklotz zum Hingucker

 Für die Außenansicht des neuen Hybridkomplexes wurde ein eigener Fassadenwettbewerb ausgeschrieben. Heute ist das Gebäude mit perforiertem, metallischem Aluminium fugenlos verkleidet. Und siehe da: Wo lange ein unansehnlicher Betonklotz stand, hat das Stadtbild einen – je nach Lichteinfall und Schattenwurf in unterschiedlichen Farben schimmernden – neuen Hingucker.

Und es gibt noch weitere Projekte dieser Art: In Münster wurde ein sechsstöckiges Parkhaus unter Beibehaltung der Stahlbetonstruktur komplett in ein Wohn- und Geschäftshaus umgewandelt. Im Parterre und dem ersten Obergeschoss wurden Gewerbe- und Ausstellungsflächen geschaffen, in den oberen Etagen sind zahlreiche Wohnungen rund um ein begrüntes Atrium angeordnet. Im Hannoveraner Projekt „Wohnkrone“ wurde das Dach eines Parkhauses mit zwölf Penthousewohnungen aufgestockt.

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