Portfolio: Fit für die Rente?

Senioren und Aktien? Folgt man althergebrachten Grundsätzen der Geldanlage, passt das nicht zusammen. Demnach sollten Anleger mit fortschreitendem Lebensalter die Werte ihres Depots nach und nach in risikoarme Anlageformen umschichten – wie Tages- und Festgelder.

Wichtig: Auf die Risikoneigung kommt es an (Foto: Postbank/©Benis Arapovic).

Andere inzwischen veraltete Regeln beziffern den Prozentsatz, den der Aktienanteil im Portfolio betragen dürfe, immerhin auf 100 minus Lebensalter. „Die Niedrigzinsen stellen viele Geldanlage-Regeln infrage“, sagt Katrin Chrambach von der Postbank. „Werden Ersparnisse ausschließlich in praktisch zinslosen Geldanlagen geparkt, verlieren sie durch die Inflation nach und nach an Wert. Wer das verhindern will, kommt heute nicht an Aktien vorbei – Rentner nicht ausgenommen.“ Auch die steigende Lebenserwartung der Deutschen spricht dafür: Wachsender Wohlstand und medizinischer Fortschritt führen dazu, dass die Menschen hierzulande immer älter werden.

Laut Statistischem Bundesamt kann eine 60-jährige Frau heute damit rechnen, noch 25,4 Jahre zu leben. Ein 60-jähriger Mann hat durchschnittlich noch 21,8 Lebensjahre vor sich. Im Vergleich zu Anfang der 1970er-Jahre ist die so genannte ferne Lebenserwartung bei Frauen um 33 % und bei Männern um 42 % gestiegen. „Laut Statistikexperten wird sich dieser Trend fortsetzen, sodass heute auch Senioren Geld in Produkte mit einem langfristigen Anlagehorizont investieren können“, erklärt Katrin Chrambach.

Das ideale Portfolio im Alter müsse auf den finanziellen Spielraum, die individuelle Risikoneigung und die Finanzplanung der Anleger abgestimmt sein, so die Expertin. Grundsätzlich gilt für Rentner wie für alle Wertpapieranleger, dass sie ihre Anlage breit streuen und nur das Geld am Kapitalmarkt anlegen sollten, auf das sie langfristig verzichten können.

Ältere Anleger sollten verstärkt auf so genannte Substanzwerte setzen – auf Anteile von großen, etablierten Unternehmen, die stabile Gewinne erwirtschaften. „Anders als bei Wachstumswerten sind die Kurse dieser Unternehmen in der Regel weniger großen Schwankungen ausgesetzt. Zudem zahlen sie ihren Aktionären häufig eine regelmäßige Dividende aus, die Kursschwankungen ausgleichen kann.“

Interessant sind Dividendenfonds, die auf die Anteile von Unternehmen setzen, von denen eine besonders hohe Dividende zu erwarten ist. Wollen Senioren regelmäßig Geld aus ihrem Vermögen entnehmen, bietet sich ein klassischer Investmentfonds mit einem Auszahlplan an. Die Rückgabe der Anteile ist hier in aller Regel kostenlos.

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