Rentenniveau: Seit Jahren im Sinkflug

Es klingt bitter für mich, aber die gesetzliche Rente wird den Lebensstandard im Alter nicht mehr sichern. Von diesem Ziel hat sich die Regierung bereits im Jahr 2002 mit dem Altersvermögensgesetz verabschiedet. Einen auskömmlichen Lebensstandard wird sich künftig ganz offiziell nur noch derjenige leisten können, der eine ergänzende private und betriebliche Vorsorge betreibt. Denn die Einkommenslücke zwischen Arbeitnehmern und Rentenbeziehern wird zunehmend größer.

Rentenniveu-ErgoProbleme im Alter: Niedrige Rente und Sorgen um die Gesundheit (Foto: Ergo).

Auf das sinkende Rentenniveau macht die Politik zwar seit Jahren aufmerksam. Bei den Bürgern scheint die Botschaft angesichts der zögerlichen Bereitschaft zur privaten Vorsorge jedoch nicht angekommen zu sein.

Netto bei 50 %

Derzeit liegt das Nettorentenniveau bei etwa 50 % vor Steuern. Bis zum Jahr 2024 sinkt es nach Berechnungen der Regierung auf rund 46 %. Bis zum Jahr 2030 soll es das Mindestniveau von 43 % vor Steuern nicht unterschreiten.

Parallel zur Absenkung des Rentenniveaus erhöhte die Regierung 2008 die Regelaltersgrenze auf 67 Jahre. Ziel dieser Maßnahmen ist es, den Beitragssatz stabil zu halten. Als Maxime gilt: Bis 2020 soll der Beitragssatz 20 % und bis 2030 22 % nicht überschreiten.

Modellrechnung unrealistisch

Doch was genau ist eigentlich das „Rentenniveau“? Es drückt das Verhältnis einer Standardrente zum Durchschnittseinkommen der Erwerbstätigen im selben Jahr aus. Die Standardrente ist die Rente, die Versicherte nach 45 Beitragsjahren bei durchschnittlichem Verdienst erhalten würden.

Es handelt sich also um eine Modellberechnung unter festgelegten Bedingungen. Doch es ist nicht realistisch, dass ein Bürger 45 Jahre lang genau so viel verdient wie der Durchschnitt aller Erwerbstätigen.

Unterbrechungen nicht berücksichtigt

Ein 20-Jähriger wird Anfangs deutlich weniger verdienen. Außerdem sind Unterbrechungen der Erwerbstätigkeit nicht berücksichtigt.

Das Modell des Standardrentners trifft in der Praxis also allenfalls auf einen kleinen Teil der Arbeitnehmer zu. Auf Grund des Modellcharakters darf die Standardrente in Höhe von 1.266,30 Euro (alte Bundesländer, neue Bundesländer: 1.158,30 Euro) daher auch nicht mit den deutlich niedrigeren Durchschnittsrenten verwechselt werden.

Knapp 871 Euro

Laut der Deutschen Rentenversicherung lagen diese im Jahr 2013 zwischen knapp 871 Euro (Nordrhein-Westfalen) und 976 Euro (Berlin). Wer damit auskommen muss, stimmt nach meiner Ansicht zu recht ein Klagelied an.

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