Rücklage: Streitpunkt bei Eigentumswohnungen

Die Kosten für Reparaturen am Gemeinschaftseigentum treffen Besitzer von Eigentumswohnungen häufig unvorbereitet. Dagegen können sich Wohneigentümergemeinschaften durch Rücklagen schützen. Doch deren Höhe ist ein häufiger Streitpunkt.

Rücklage-PostbankRechtzeitig darüber sprechen: Für Reparaturen am Gemeinschaftseigentum werden ausreichend hohe Rücklagen benötigt (Foto: Postbank).

Das Treppenhaus braucht mal wieder einen neuen Anstrich, die Fenster sind renovierungsbedürftig und auch die Heizungsanlage ist veraltet. Reparaturen oder Instandhaltungsarbeiten fallen regelmäßig an und kommen für Haus- und Wohnungseigentümer dennoch meist sehr ungelegen.

Schäden an der Substanz

Sie sollten Sanierungsarbeiten jedoch nicht zu lange hinauszögern. „Nur so kann man Schäden an der Substanz vorbeugen und den Wert der Immobilie erhalten. Instandhaltungsrücklagen sind für Hausbesitzer unverzichtbar“, betont Stefanie Binder von der Bausparkasse BHW. Die Bildung von Reserven gehört deshalb laut dem Wohneigentumsgesetz zu einer „ordnungsgemäßen Verwaltung“ der eigenen Immobilie. Die Eigentümergemeinschaft beschließt, wie hoch die Rücklage ausfällt und wofür sie verwendet wird.

Stefanie Binder empfiehlt, sie nicht zu niedrig anzusetzen. „Das rächt sich in Form hoher Sonderumlagen bei größeren Reparaturen.“ Eine gesetzliche Regelung oder klare Berechnungsmethode gibt es jedoch nicht. Entscheidend sind Alter und Zustand der Anlage, die letzte Modernisierung und Größe sowie Ausstattung der Immobilie.

Unter 10 Euro pro Quadratmeter

Einer Verordnung über wohnungswirtschaftliche Berechnungen zufolge werden höchstens 7,10 Euro pro Quadratmeter und Jahr als Rücklage gebildet – wenn die Wohnung jünger als 22 Jahre ist. Zwischen 23 und 32 Jahren sind es neun Euro, darüber höchstens 11,50 Euro.

Für eine 75 Quadratmeter große Wohnung in einer 15 Jahre alten Anlage ergibt sich eine monatliche Instandhaltungsrücklage von 44,38 Euro. Tipp: Die Anlage von einem Baufachmann prüfen lassen, um einen Instandhaltungs- und Kostenplan aufzustellen.

 

Die Hypothekenzinsen im Zeitraffer

(Effektivzins aktuell und in der Vergangenheit am gleichen Tag)

 

27. März 2017 5 Jahre

fest

10 Jahre

fest

15 Jahre

fest

Aktuell 1,13% 1,42% 1,91%
Vor sechs Monaten 0,90% 1,04% 1,45%
Vor einem Jahr 1,05% 1,34% 1,79%
Vor fünf Jahren 2,48% 3,02% 3,52%
Vor zehn Jahren 4,58% 4,62% 4,82%
 

Quelle: FMH-Finanzberatung (www.fmh.de)

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Eine Antwort auf Rücklage: Streitpunkt bei Eigentumswohnungen

  1. Mariola sagt:

    Hallo Herr Metzger,

    Danke für Ihren Beitrag zu diesem Thema, bisher habe ich mich immer unzureichend Informiert gefühlt. Da mein Freund und ich schon immer den Wunsch hatten in eine Eigentumswohnung zu ziehen und lange auf der Suche nach einem passenden Objekt waren – welches wir nun mittlerweile endlich gefunden haben.

    Noch sind wir nicht eingezogen da noch diverse Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten durchgeführt werden müssen. Da wir mit unserem vorhandenen Kapital mehr oder weniger Glück hatten – es hat genau so gereicht das immer noch Rücklagen für spätere Reparaturen übrig ist – möchte ich für die Zukunft kein Risiko mehr eingehen.

    Der Stress und das ständige Spekulieren, in der Vergangenheit, haben mir einen ganz schönen Dämpfer verpasst. Es ist und bleibt unser Traumobjekt und von Anfang an war klar das viel zu machen ist, dass es aber in einer richtigen Baustelle enden würde damit hatten wir natürlich nicht gerechnet.

    Zunächst waren es die Zimmertüren die uns ins Auge fielen, Morsch und abgeranzt wie sie waren mussten wir dagegen etwas tun. Wir haben uns, auf Rat meiner Eltern (die Ihr Haus letztes Jahr komplett haben neu austatten lassen) für HUGA Zimmertüren in Weiß entschieden, diese werden logischerweise erst eingebaut wenn der Rest Saniert wurde. Denn auch die Böden waren alles andere als schön und das was sich darunter befand glich einem Horrorfilm.

    Von den Wänden und den 2 Badezimmern möchte ich gar nicht erst anfangen, wie weiter oben erwähnt bin ich nur froh das unsere Rücklagen mehr als nur ausreichend sind. Ich versuche das ganze auch unter dem positiven Aspekt zu sehen, dass wir JETZT die Dinge ändern können die uns stören und somit auch auf längere Sicht dafür gesorgt ist das unsere Wohnung nicht in den nächsten 3 Monaten plötzlich zusammen fällt.

    Klar mit dem einziehen müssen wir jetzt doch länger warten als gedacht, aber im Haus meiner Eltern ist was ein Glück genug Platz für uns alle (weswegen wir uns keine Sorgen um ein Dach über dem Kopf machen müssen) .

    Ich Danke dir nochmals für deinen informativen Beitrag, für die Zukunft bin ich jetzt gewappnet.

    Aller herzlichste Grüße
    Mariola

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