Sicherheitsgurt: Da führt kein Weg dran vorbei

Ein Klicken, schon ist der Sicherheitsgurt eingerastet. Dass dieser Klick Leben retten und Verletzungen vorbeugen kann, bezweifelt niemand. Trotzdem gibt es immer noch Autofahrer, die oben ohne unterwegs sind. Bittere Folge der Nachlässigkeit: Laut bayerischer Unfallstatistik war 2016 jeder fünfte, tödlich verunglückte Autoinsasse im Freistaat nicht angeschnallt: 60 Menschen, darunter zwei Kinder, kostete dieser Leichtsinn das Leben. Das Fahren ohne Gurt ist aber immer wieder auch der Grund für schwerste Verletzungen bei Unfällen.

Sicherheitsgurt-HUK CoburgEin unterlassener Griff: Dann drohen Gefahr und Bußgeld (Foto: HUK-Coburg).

Schmerzen und eventuell zurückbleibende Schäden sind das eine, mögliche rechtliche Konsequenzen für Gurtmuffel das andere. Wie die HUK-Coburg mitteilt, wertet die Rechtsprechung das Nicht-Anschnallen als fahrlässige Selbstgefährdung. Führt sie zu Verletzungen, die mit Gurt vermeidbar gewesen wären, drohen dem Unfallopfer Anspruchskürzungen: Entschädigungsleistungen, wie Schmerzensgeld, Pflegekosten oder Verdienstausfall, werden dann um die Mithaftungsquote gemindert.

Meist muss das Unfallopfer auf ein Drittel seiner Ansprüche verzichten. Letztlich richtet sich die Höhe der Mithaftung aber immer nach den Umständen des Einzelfalls, weshalb eine Anspruchskürzung auch deutlich höher ausfallen kann. Für Unfallopfer mit bleibenden Schäden ist eine Mithaftungsquote besonders bitter.

Jeder Autoinsasse, der gegen die Anschnallpflicht verstößt, kann mit Bußgeldern zwischen 30 Euro bis 70 Euro zu Kasse gebeten werden.

Für Kinder gelten eigene Regeln: Bis zum Alter von zwölf Jahren bzw. solange sie kleiner als 1,50 Meter sind, müssen sie nicht nur angeschnallt sein, sondern auch in einem Kindersitz Platz nehmen. Der Fahrer ist dafür verantwortlich, dass sie tatsächlich gesichert sind. Und nicht nur das, die Rechtsprechung (OLG Hamm 5 RBs 153/13) verlangt sogar noch mehr: Der Fahrer muss sich auch während der Fahrt immer wieder vergewissern, dass der Nachwuchs angeschnallt bleibt. Wer das nicht tut, riskiert ein Bußgeld und einen Punkt.

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