Streitatlas: Bundesbürger lassen die Muskeln spielen

Wer einen Blick in „Deutschlands großer Streitatlas 2019“ wirft, könnte meinen, die Einwohner der Bundesrepublik wären stur oder gar trotzig. Denn geht es um das eigene Recht, beweisen sie enorme Leidenschaft und extreme Ausdauer.

Enttäuschend: Streits dauern immer länger (Grafik: Unternehmen).

„Deutschlands großer Streitatlas 2019“ belegt mit Zahlen und Fakten, wie in der Bundesrepublik gestritten wird. Die groß angelegte Studie, die Generali Deutschland auf Basis der Daten ihres Rechtsschutzversicherers Advocard alle zwei Jahre durchführt, bietet bundesweit spannende Einblicke in die Streitkultur.

Fast die Hälfte aller Streitfälle (48 %) dauert zwölf Monate und länger. Im Vergleich zum letzten Streitatlas 2017 ist bei den langwierigen Auseinandersetzungen eine Zunahme um 4,5 % zu verzeichnen. Dies hängt verstärkt mit der Langwierigkeit von Gerichtsprozessen zusammen, die auf Grund vieler beteiligter Akteure und rechtlicher Handlungsoptionen, wie dem Gang durch mehrere Instanzen, länger dauern können. Von diesen Möglichkeiten wird auch immer mehr Gebrauch gemacht.

Im Vergleich der Bundesländer wohnen die größten Streithähne im Norden und Westen der Republik und tragen dazu bei, dass das Streitaufkommen im Durchschnitt bei 24,7 Streitfällen pro 100 Einwohnern liegt. Besonders streitlustig: die Stadtstaaten Berlin (29,2) und Hamburg (28,8), die seit Beginn der Erhebung die ersten beiden Plätze belegen.

Im Land der Autofahrer und Autoliebhaber findet knapp ein Drittel aller Streits rund um das Thema Straßenverkehr und Mobilität statt. Das Leben am Speed-Limit sorgt dabei für hohen Blutdruck – mehr als jeder Vierte (26,0 %) streitet wegen vermeintlich ungerechtfertigtem Blitzen oder zu hohem Tempo. Weitere konkrete Streitgründe sind Verkehrsunfälle (23 %) oder Auseinandersetzungen wegen Mängeln beim neuen Fahrzeug (10 %), die zu großen Teilen im Zeichen des Dieselskandals stehen.

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