Tiergeschenke: Eine Police gehört dazu

Bei Tiergeschenken ist vieles zu beachten. „Nicht nur Leine und Fressnapf gehören zur Ausstattung, auch an den Versicherungsschutz sollten die frisch gebackenen Tierbesitzerinnen und Tierbesitzer denken. Denn sonst kann es teuer werden“, weiß Bianca Boss, Pressesprecherin des Bund der Versicherten e.V. (BdV).

Streicheleinheiten: Zu ihnen gehören auch Fürsorge und Versicherungsschutz (Foto: Ergo Group).

Eine Tierhalterhaftpflichtversicherung ist für Hunde-, aber auch Pferdebesitzer(-innen) unverzichtbar. Denn Tierhalter(-innen) müssen für Schäden aufkommen, die ihre Tiere verursachen. Gerade Anfänger(-innen) unterschätzen hier häufig die Gefahren.

Wenn der Hund beißt

Wenn der Hund den Besuch beißt, können Schadensersatzforderungen für Personenschäden, Sach- oder Vermögensschäden folgen – etwa, wenn die gebissene Person für längere Zeit ins Krankenhaus muss und einen Verdienstausfall hat. „Für die Haftung als Tierhalterin bzw. Tierhalter ist dabei kein Verschulden erforderlich.“ Die Tierhalterhaftpflichtversicherung leistet Schadensersatz oder wehrt unberechtigte Ansprüche ab. Eine gute Tierhalterhaftpflichtversicherung kostet für einen Hund bei einem Selbstbehalt von bis zu 150 Euro zwischen 50 Euro und 80 Euro Jahresprämie.

Katzen und zahme Kleintiere wie Hamster oder Kaninchen sind in der privaten Haftpflichtversicherung mitversichert. Sie benötigen also keine separate Tierhalterhaftpflichtversicherung.

Wer hütet, der haftet

Übrigens: Auch Personen, die Ihr Tier nur vorübergehend hüten, haften. Sie sind aber oft über den Vertrag der Tierhalterin bzw. des Tierhalters mitversichert.

Wer das Risiko von hohen Krankheitskosten für sein Tier absichern möchte, kann über eine Operationskosten- oder Krankenversicherung nachdenken. Die Operationskostenversicherung umfasst die Tierarztkosten für operative Eingriffe unter Narkose nach Unfall oder Krankheit. Die Krankenversicherung trägt unter anderem die Kosten für ambulante und stationäre tierärztliche Behandlungen sowie Vorsorgemaßnahmen wie Impfungen, Wurmkuren und Parasitenmittel. Es gibt allerdings erhebliche Unterschiede, warnt Bianca Boss.

Wer sich ein Haustier wünscht oder eines verschenken möchte, sollte sich aber vor dem Kauf über einige Dinge klar werden, z.B.: Kann der Beschenkte langfristig die artgerechte Pflege des Tieres gewährleisten? Michaela Rassat, Juristin der D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH, fasst wichtige Regeln zusammen.

„Beim Kauf eines Haustiers gelten bis auf wenige Ausnahmen die gleichen rechtlichen Grundsätze wie etwa beim Kauf eines Kühlschranks“, erläutert Michaela Rassat. Das betrifft z.B. die Sachmängelhaftung. Das heißt: Der Händler haftet mit einer zweijährigen Gewährleistungsfrist (Paragraf 438 Bürgerliches Gesetzbuch).

Wenn das Tier krank ist

Beim Kauf eines Tieres spielt diese Frist dann eine Rolle, wenn ein „Mangel“ vorliegt. Das ist der Fall, wenn das Tier beispielsweise krank ist oder nicht der Rasse entstammt, die der Händler angegeben hat. Dem Käufer stehen dann Gewährleistungsrechte zu: Das Recht  auf  Nachbesserung,  der  Rücktritt vom Kauf, die Minderung des Kaufpreises oder Schadenersatz. Will der Käufer Ansprüche geltend machen, muss er in der Regel den „Mangel“ beweisen. Dazu ist meist ein kostenpflichtiges tierärztliches Gutachten nötig.

So mancher frischgebackene Tierhalter findet schon nach kurzer Zeit, dass der Neuzugang doch nicht so gut ins Familienleben passt. Schnell landen die Geschenke dann im Tierheim oder im schlimmsten Fall sogar auf der Straße. Einige Beschenkte versuchen auch, das Tier wieder in der Zoohandlung unterzubringen oder gegen ein anderes Tier umzutauschen. „Ein generelles Umtauschrecht bei lebenden Tieren gibt es aber nicht“, so Michaela Rassat.

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