Vermögensplanung: Richtig schenken und vererben

Von Thomas Buckard

Die Übertragung von Vermögen an die nächste Generation ist kein Selbstläufer. Zu Lebzeiten frühzeitig bereits alles an die Kinder weiterzugeben, ist wenig sinnvoll und obendrein gefährlich – ebenso wie untätig zu bleiben.

Buckard ThomasThomas Buckard von der Michael Pintarelli Finanzdienstleistungen AG in Wuppertal (Foto: Privat).

Die Übertragung größerer Vermögen ist komplex: Beispielsweise die vielfach typische Kombination aus Immobilien, Wertpapieren und Cash. Die Praxis zeigt, dass frühzeitige Regelungen durchaus sinnvoll sind.

Der Gesetzgeber hat einige Möglichkeiten geschaffen, über die Jahrzehnte hinweg Vermögen an die nächste Generation und/oder zwischen den Ehepartnern zu verschenken, ohne sich der Schenkungssteuer auszusetzen. Alle zehn Jahre ist eine solche Übertragung steuerfrei möglich – das hilft, spätere „Steuerbomben“ zu vermeiden. Denn diese können zu einer Zersplitterung des Vermögens führen.

Die Vorteile von Niesbrauch

Ein Instrument ist das Niesbrauchrecht. Dabei wird ein Wert, meistens eine Immobilie, an einen neuen Eigentümer übertragen, aber der Alt-Eigentümer behält lebenslanges Nutzungsrecht. Dadurch wird der Wert deutlich verringert, nach der die Schenkungssteuer berechnet wird.

Eine weitere Möglichkeit: Hat sich mit den Jahren im Laufe einer Ehe ein großes Ungleichgewicht an Vermögen ergeben (z.B. weil nur ein Ehepartner Firmenausschüttungen erhielt), kann ein zeitweiliger Wechsel aus der Zugewinngemeinschaft in den Stand der Gütertrennung Sinn ergeben. Das kann die spätere Erbschaftssteuerbelastung stark reduzieren, da der Zugewinnausgleichsanspruch steuerfrei bleibt.

Sehr wichtig: Vermögensinhaber dürfen sich nicht arm schenken. Zu Lebzeiten frühzeitig bereits alles an die Kinder weiterzugeben, ist wenig sinnvoll und obendrein gefährlich. Denn zum einen soll der Ruhestand finanziell sorgenfrei genossen und zum anderen sollten die Kinder bestmöglich zu Eigeninitiative und Eigenverantwortung erzogen werden. Außerdem nimmt der Gesetzgeber die Beschenkten in die Pflicht, wenn der ehemalige Vermögensinhaber auf Grund der umfassenden Übertragungen beispielsweise Pflegekosten nicht mehr zahlen kann.

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