Wechselaktivität: Durch Corona gebremst

Im vergangenen Jahr hat rund ein Drittel weniger Kunden die Kfz-Versicherung gewechselt als zuvor. Damit sank die Wechselaktivität zum Jahresende in der Kfz-Versicherungssparte das dritte Jahr in Folge, wie die Kölner Marktforschungs- und Beratungsgesellschaft Sirius Campus jetzt mitteilte. Laut ihrer Studie zum Jahresendgeschäft im Kfz-Versicherungsmarkt ging die Anzahl der tatsächlichen Wechsler von 1,9 Mio. Ende 2020 auf zuletzt 1,3 Mio. Ende 2021 zurück. Diese „erhebliche Verhaltensveränderung“ im Kfz-Versicherungsmarkt schreibt Sirius Campus überwiegend der Covid-19-Pandemie zu.

Kfz-Versicherung: Erhebliche Verhaltensveränderung (Karikatur: Goslar Institut – Eine Initiative der HUK-Coburg).

Der Untersuchung zufolge zogen im zweiten Corona-Jahr von den rund 41 Mio. privaten Kfz-Versicherungsnehmern auch nur noch 15 % einen möglichen Wechsel ihrer Kfz-Versicherung zum Jahresende 2021 in Betracht. Zum Vergleich: Im Jahr 2018 lag dieser Wert noch bei 28 %. Einen wirklichen Wechsel ihrer Kfz-Versicherung vollzogen demnach zum Ende vergangenen Jahres lediglich 3,1 % der Kunden. Im Jahr zuvor setzten noch 4,7 % der Versicherungsnehmer ihre Wechselüberlegungen in die Tat um. 2018 lag diese Zahl mit 5,6 % noch deutlich höher.

Wie die Verfasser der Studie weiter ermittelten, konnten im Schnitt nur noch 70 % der Wechsler tatsächliche Einsparungen erzielen nach 75 % im Vorjahr. Für 25 % blieb der Preis dagegen nahezu konstant. Ein Jahr zuvor traf dies auf 23 % der Versicherungswechsler zu. Und 5 % von ihnen zahlten auf Grund einer umfangreicheren Absicherung sogar mehr. Bei günstigeren Policen konnten die Wechsler im Schnitt 144 Euro ihrer jährlichen Versicherungsprämie einsparen, wie die Studie ausweist. Im Vorjahr waren es noch 150 Euro.

Das deutlich veränderte Verhalten der Kfz-Versicherungskunden begründet Sirius Campus zum einen damit, dass pandemiebedingt geringere Fahrleistungen weniger Schäden zur Folge hatten. Dies machte Rückstufungen in den Schadenfreiheits-(SF)-Klassen seltener. Damit verlor das Wechselmotiv einer Beitragserhöhung an Bedeutung: Es nahm von 31 % im Jahr 2019 auf 26 % in 2021 ab.

Das meiste Neugeschäft konnten nach Auskunft der Studie im vergangenen Jahr übrigens die Anbieter ADAC, Allianz, AXA, HDI und HUK-Coburg für sich gewinnen.

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