Wohnperspektive: Städte gewinnen Attraktivität

Die Anziehungskraft urbaner Ballungsgebiete hält an. Doch auch Um-landgemeinden und so genannte Schwarmstädte gewinnen an Attraktivität. Bausparkassenexpertin Carolin Großhauser zeigt die aktuellen Perspektiven für das Wohnen im städtischen und ländlichen Raum.

Wohnperspektive-Bausp.Schw.HallFolgenreiche Entscheidung: Mit schwerem Herzen die Stadt verlassen (Foto: Schwäbisch Hall).

Arbeitsplätze entstehen heute vor allem in wissensbasierten Industrien und Wirtschaftsbereichen, die sich meist in Metropolen und Großstädten befinden. Den Jobs folgen immer mehr Menschen, mit dem Ergebnis, dass Wohnraum zunehmend knapper und teurer wird.

Insbesondere junge Familien und Berufseinsteiger tun sich schwer, bezahlbare Wohnungen zu finden. Um den Bedarf zu decken, müssten bundesweit laut IW Köln bis 2020 jedes Jahr 380.000 Wohnungen gebaut werden. Fertiggestellt wurden 2016 laut Statistischem Bundesamt aber nur 278.000 – eine Lücke von über 100.000 Wohnungen. Dieser angespannte Wohnungsmarkt führt dazu, dass 2014 erstmals seit 20 Jahren in den sieben größten deutschen Städten mehr Bundesbürger wegzogen als neu hinzukamen. Ein Problem, das sich bei Familienzuwachs und damit steigendem Platzbedarf noch verschärft.

Die meisten ziehen nicht in abgeschiedene Landstriche, sondern in den dichten Speckgürtel. Wichtige Kriterien dabei: nahe Einkaufsmöglichkeiten, gute medizinische Versorgung und gesundes Klima.

Doch auch außerhalb der Metropolregionen sortiert sich vieles neu: Eine GdW-Studie weist aus, dass Bürger verstärkt kleinräumig vom Umland in die Landesmetropole oder von kleineren Landkreisgemeinden in die Kreisstadt ziehen.

Experten sprechen in diesem Zusammenhang von Schwarmstädten. Diese sind durch einen hohen Anteil der 20-Jährigen bis 35-Jährigen definiert und verfügen über besonders attraktive Faktoren wie Hochschuleinrichtungen oder ein abwechslungsreiches Kultur- und Freizeitangebot.

Im Zuge des Schwarmverhaltens klettern regionale Zentren wie Heidelberg, Darmstadt oder Regensburg im Städteranking deutlich nach oben. Gleichzeitig wachsen aber auch zahlreiche Kreisstädte überproportional.

Die Entscheidung, in der Stadt oder auf dem Land zu leben, hängt am Ende vor allem von einem ab: Ob Schwarmstadt, Speckgürtel oder doch das Land – der Schlüssel dafür, wohin sich Menschen bewegen und wo sie ihr Lebensglück suchen, ist und bleibt bezahlbares Wohnen.

 

Die Hypothekenzinsen im Zeitraffer

(Effektivzins aktuell und in der Vergangenheit am gleichen Tag)

 

7. Mai 2018 5 Jahre

fest

10 Jahre

fest

15 Jahre

fest

Aktuell 1,16% 1,43% 1,85%
Vor sechs Monaten 1,06% 1,34% 1,83%
Vor einem Jahr 1,07% 1,33% 1,82%
Vor fünf Jahren 1,75% 2,34% 2,89%
Vor zehn Jahren 4,89% 5,04% 5,28%
 

Quelle: FMH-Finanzberatung (www.fmh.de)

Dieser Beitrag wurde unter Immobilien abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Spam-Schutz (Damit Sie dieses Formular absenden können, lösen Sie bitte die folgende Aufgabe). *

Beitrag verschicken Beitrag verschicken Beitrag drucken Beitrag drucken