Wunschziel: Das bewohnbare Erbstück

Knapp die Hälfte der Menschen in Deutschland lebt in den eigenen vier Wänden. Davon wohnt jeder siebte Eigentümer in einer geerbten Immobilie. Doch die Bedeutung des „bewohnbaren Erbstücks“ nimmt deutlich zu: Bereits heute hinterlässt fast jeder zweite Erblasser seinen Nachkommen ein Eigenheim oder eine Eigentumswohnung. Die Bausparkasse Schwäbisch Hall erläutert die Zahlen hinter der vererbten Immobilie.

Wunschziel-Bausp.Schw.HallHeiß begehrt: Das geerbte Traumhaus (Foto: Bausparkasse Schwäbisch Hall).

Noch nie gab es in Deutschland eine Erbengeneration, die von ihren Eltern ein so hohes Vermögen zu erwarten hat. Laut Berechnungen des Forschungsinstituts empirica werden im Zeitraum von 2015 bis 2024 auf diese Weise in den privaten Haushalten 3,1 Billionen Euro den Besitzer wechseln. Im Schnitt werden pro Erbfall rund 363.000 Euro vermacht. Sicher, das ist ein typischer statistischer Durchschnittswert, der über das Testament von Herrn Müller oder Ehepaar Meier wenig aussagt. Lässt man die oberen 2 % aller Hinterlassenschaften außen vor, liegt der Mittelwert aber bei 242.000 Euro. Maßgeblich für dieses hohe Erbvolumen ist, dass Immobilien bei immer mehr Nachlässen eine wichtige Rolle spielen.

Ging das Deutsche Institut für Altersvorsoge vor fünf Jahren noch von einem Pro-Kopf-Erbe von 153.000 Euro aus, rechnet empirica aktuell bereits mit etwa 181.000 Euro. Vor dem Zugriff des Fiskus ist Wohneigentum bislang gut geschützt. Kinder, die von ihren Eltern ein Eigenheim erben, müssen dafür unter bestimmten Umständen keine Erbschaftssteuer zahlen: Die Wohnfläche darf nicht größer als 200 Quadratmeter sein, der Erblasser muss die Immobilie bis zu seinem Tod selbst bewohnt haben und die Nachkommen müssen mindestens zehn Jahre lang darin ihren Hauptwohnsitz haben.

Das klassische Einfamilienhaus oder die Eigentumswohnung dienen also mehr als einer Generation als materielle Absicherung. Auf der einen Seite haben die noch im Arbeitsleben stehenden Nachkommen eine gute Grundlage für einen soliden Vermögensaufbau. Auf der anderen Seite ermöglichen die eigenen vier Wände den Eltern einen Ruhestand, in dem der gewohnte Lebensstandard nicht durch Mietsteigerungen bedroht ist. Und die Mietersparnis von Rentnern in Wohneigentum ist beachtlich: 599 Euro Miete sparen diese nämlich im Schnitt laut einer Sonderauswertung des Statistischen Bundesamts im Auftrag des Verbands der privaten Bausparkassen pro Monat. Das entspricht einem Drittel der durchschnittlichen gesetzlichen Rente eines Rentnerhaushalts.

 

Die Hypothekenzinsen im Zeitraffer

(Effektivzins aktuell und in der Vergangenheit am gleichen Tag)

 

30. Januar 2017 5 Jahre

fest

10 Jahre

fest

15 Jahre

fest

Aktuell 1,03% 1,33% 1,79%
Vor sechs Monaten 0,94% 1,11% 1,55%
Vor einem Jahr 1,15% 1,53% 2,02%
Vor fünf Jahren 2,52% 3,05% 3,49%
Vor zehn Jahren 4,65% 4,70% 4,89%
 

Quelle: FMH-Finanzberatung (www.fmh.de)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Spam-Schutz (Damit Sie dieses Formular absenden können, lösen Sie bitte die folgende Aufgabe). *