Zahntarife: Zusatzpolice lohnt nicht immer

Zahnersatz geht ins Geld: 3.000 Euro kann ein neues Implantat für gesetzlich Versicherte kosten – selbst mit Zuzahlung der Krankenkasse. Jeder fünfte Kassenpatient sichert sich mit einer Zahnzusatzversicherung gegen solche Kosten ab. Das geht aus aktuellen Zahlen der Krankenversicherungsverbände hervor. Der gemeinnützige Verbraucherratgeber Finanztip hat untersucht, für wen sich die Versicherung lohnt und welche Alternativen Verbraucher haben.

Julia Rieder: Fallstricke bei billigen Versicherungen (Foto: Finanztip).

Bei den Zahnzusatzversicherungen sind die Preisunterschiede erheblich. Ein 43-Jähriger beispielsweise muss für einen Tarif zwischen 40 Euro und 760 Euro im Jahr zahlen. Das Problem: „Gerade die besonders billigen Versicherungen enthalten viele Fallstricke“, sagt Julia Rieder, Versicherungsexpertin bei Finanztip. „Tarife mit besonders umfangreichen Leistungen sind hingegen sehr teuer.“ Wer genug Geld auf dem Konto hat, sollte den Eigenanteil bei Zahnersatz deshalb am besten selbst zahlen.

Mehrere Angebote einholen

„Die Versicherung ist keinesfalls ein Muss. Fangen Sie schon früh an, regelmäßig Geld für die Behandlungen zurückzulegen.“ Um nicht unnötig draufzuzahlen, rät Rieder bei größeren Maßnahmen, den Heil- und Kostenplan des Zahnarztes zu vergleichen – mit dem Angebot eines anderen Zahnarztes oder mit Hilfe der Patientenberatung der Zahnärztekammern.

Wer doch lieber eine Versicherung abschließt – beispielsweise wegen anfälliger Zähne im Familienkreis – vereinbart am besten einen Eigenanteil von 10 % bis 20 %. Das macht die Versicherung günstiger. Empfehlenswert sind laut Finanztip die Gothaer MediZ Premium, die DKV Kombi Med Zahn KDT85, die Hallesche Megadent, die Janitos Ja dental plus und die Inter Z90.

Wartezeit von acht Monaten

Entscheidend ist der Zeitpunkt des Abschlusses: „Hat der Zahnarzt schon vor Vertragsschluss eine Behandlung angeraten, zahlt die Versicherung dafür nicht“, warnt Rieder. „Viele Tarife haben außerdem eine Wartezeit und zahlen für Behandlungen erst nach acht Monaten.“

Wer beim Zahnersatz sparen möchte, kann sich im Ausland behandeln lassen oder Rabatt durch ein zehn Jahre lückenlos geführtes Bonusheft bekommen. Bei Versicherten mit Bruttoeinnahmen von weniger als 1.218 Euro im Monat greift eine Härtefallregelung: Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt in diesem Fall die Kosten für die Regelversorgung vollständig.

Wichtige Informationen gibt der Finanztip auch zum Thea Fahranfänger. Da die in der Regel über wenig Fahrpraxis verfügen, müssen sie hohe Versicherungsprämien bezahlen. Doch es geht auch günstiger. Der Finanztip hat recherchiert, wie junge Fahrer trotz fehlender Schadenfreiheitsklassen bei der Kfz-Versicherung sparen können.

Tipp 1: Die Eltern versichern das Auto als Zweitwagen

Am einfachsten lässt sich sparen, wenn die Eltern das Auto des Fahranfängers als Zweitwagen versichern und ihn oder sie als Fahrer eintragen. Hierbei steigt die Versicherungsprämie für den Erstwagen nicht. Der Beitrag für den Zweitwagen ist in der Regel günstiger, als wenn ein Führerscheinneuling das Fahrzeug selbst versichern würde. „Versicherungen stufen Zweitwagen mindestens in die Schadenfreiheitsklasse ½ ein“, sagt Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur von Finanztip. „Oft gewähren sie sogar eine noch höhere Klasse oder sogar dieselbe Schadenfreiheitsklasse, mit der der Erstwagen versichert ist.“

Tipp 2: Mit Familientarifen den Beitrag senken

Möchten die Eltern das Auto des Kindes nicht auf ihren Namen versichern, kann es sich lohnen, bei der Versicherung der Eltern nach Familientarifen zu fragen. In der Regel stufen Versicherer junge Fahrer dann mit den Schadenfreiheitsjahren ein, die der Dauer des Führerscheinbesitzes entsprechen. Mindestens bekommen sie aber die Schadenfreiheitsklasse ½. Hinzu kommt: Hat der junge Fahrer schon vor dem Führerschein fürs Auto, den für ein Moped oder einen Trecker gemacht, zählt diese Zeit auch.

Tipp 3: Am Begleiteten Fahren teilnehmen

Jugendliche können schon mit 17 Jahren den Führerschein machen und sich im ersten Jahr von einem erwachsenen Fahrer begleiten lassen. Solche Fahranfänger verursachen statistisch gesehen weniger Unfälle. „Versicherer honorieren die zusätzliche Fahrpraxis, wenn die Fahranfänger mit 18 dann allein fahren“, sagt Tenhagen. Nach einer Stichprobe von Finanztip zahlen Fahranfänger, die zuvor ein Jahr in Begleitung gefahren sind, im Schnitt 38 % weniger als normale Fahranfänger.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Spam-Schutz (Damit Sie dieses Formular absenden können, lösen Sie bitte die folgende Aufgabe). *