Zuschüsse: Sie werden oft unterschätzt

Viele Menschen setzen auf Immobilien als Kapitalanlage oder Baustein ihrer Altersvorsorge. Doch offenbar fällt manchen der Weg in die eigenen vier Wände zunehmend schwer.

Zuschüsse-Bausp.Schw.HallFamilien: Sie erhalten besonders viel staatliche Förderung (Foto: Bausparkasse Schwäbisch Hall).

Die Wohneigentumsquote steigt fast nur noch bei Haushalten mit höherem Einkommen, weiß Carolin Großhauser von der Bausparkasse Schwäbisch Hall. Vor allem junge Familien drohen vom Wohneigentumserwerb ausgeschlossen zu werden. Das ist eine besorgniserregende Entwicklung.

Junge Leute motivieren

Die staatlichen Zuschüsse, ob Wohnungsbauprämie, Arbeitnehmersparzulage oder Wohn-Riester setzen hier an. Sie motivieren schon junge Leute zum Sparen und helfen künftigen Hausbesitzern, notwendiges Eigenkapital aufzubauen. Mithilfe der staatlichen Förderung erzielen Bausparer zudem risikolos attraktive Renditen – das ist gerade in der jetzigen Niedrigzinsphase interessant. Ein Riester-Bausparvertrag wirkt dank hoher staatlicher Zulagen auf die eigenen Sparleistungen wie ein Tilgungs-Turbo für die Finanzierung. „Ab 2018 kann eine vierköpfige Familie dank gestiegener staatlicher Zuschüsse für Ehepartner und Kinder im Jahr bis zu 950 Euro extra für die Finanzierung aufbringen. Hinzu können handfeste Steuervorteile kommen“, erklärt Großhauser.

Lukrative Wohnungsbauprämie

Für 512 Euro (Alleinstehende) bzw. 1.024 Euro (Verheiratete) jährliche Sparleistung erhalten Bausparer die Wohnungsbauprämie in Höhe von 8,8 %. Das sind maximal 45 Euro bzw. 90 Euro extra im Jahr. „Vergleichbare Zinsen auf ihr Erspartes erhalten Sparer heute woanders nicht“, weiß Großhauser. Die Förderung ist an Maßnahmen rund ums Bauen und Wohnen gebunden. Um die Wohnungsbauprämie zu erhalten, dürfen Alleinstehende ein Bruttoeinkommen von bis zu 31.600 Euro haben. Bei einer Familie mit zwei Kindern darf das Bruttoeinkommen sogar 80.600 Euro betragen.

Viele Arbeitgeber zahlen ihren Angestellten, Beamten oder Auszubildenden zusätzlich zum Gehalt vermögenswirksame Leistungen z.B. auf einen Bausparvertrag ein. Je nach Branche sind das zwischen 6,95 Euro und 40 Euro pro Monat. Der Staat belohnt diese Anlage mit der Arbeitnehmersparzulage. Bei bis zu 470 Euro Sparleistung bekommen Sparer so noch einmal 43 Euro extra im Jahr. Hier liegt die Jahresbruttoeinkommensgrenze bei 22.500 Euro für Alleinstehende. Eine Familie mit zwei Kindern kann die Zulage mit einem Bruttoarbeitslohn von bis zu 62.300 Euro erhalten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Spam-Schutz (Damit Sie dieses Formular absenden können, lösen Sie bitte die folgende Aufgabe). *